Moorburg: Große Anlage zur Produktion von Wasserstoff geplant

Stand: 22.01.2021 09:00 Uhr

Voraussichtlich ab 2025 soll auf dem Gelände des stillgelegten Kohlekraftwerks Moorburg in großem Stil grüner Wasserstoff produziert werden. Die Stadt Hamburg hat dazu ein Bündnis mit Industriekonzernen geschmiedet.

Der schwedische Stromkonzern Vattenfall, das niederländische Energieunternehmen Shell, der Mitsubishi-Konzern aus Japan und das stadteigene Unternehmen Wärme Hamburg wollen sich die Wasserstoffproduktion in Moorburg teilen. Dazu haben die vier Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet - vermittelt vom Senat.

Anlage soll aus Wind- und Solarstrom Wasserstoff herstellen

In einem ersten Schritt wollen die vier Konzerne auf dem Kraftwerksgelände in Moorburg einen sogenannten Elektrolyseur bauen. Eine Fabrik, die aus Wind- und Solarstrom Wasserstoff herstellt. Mit 100 Megawatt Leistung würde die Anlage zu den größten in Europa werden. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) spricht von einem zukunftsweisenden Projekt. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) von ehrgeizigen Plänen.

Die Stadt will parallel die Gasnetze im Hafen so umbauen, dass auch große Industriebetriebe mit Wasserstoff versorgt werden. Die existierenden Kaianlagen des Kraftwerks könnten zudem künftig dazu genutzt werden, grünen Wasserstoff per Schiff anzuliefern.

Umstrittenes Kohlekratwerk stillgelegt

Noch befindet sich am Standort das lange umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg, das erst 2015 als eines der größten in Europa ans Netz gegangen war und im vergangenen Dezember den kommerziellen Betrieb eingestellt hatte, nachdem Vattenfall von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für eine Stilllegungsprämie erhalten hatte. Noch bis zum Sommer kann das Kraftwerk nach Vattenfall-Angaben im Notfall Strom liefern.

Was ist "grüner Wasserstoff"?

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl, Wind oder Sonnenenergie, sondern ein Energiespeicher. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig. Für umweltfreundlichen "grünen Wasserstoff" werden erneuerbare Energien wie Solar­ oder Wind-Energie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten (Elektrolyse).

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.01.2021 | 09:00 Uhr

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