Stand: 05.01.2018 10:07 Uhr

"Mogelpackung des Jahres 2017" gesucht

Gleicher Preis, gleiche Packungsgröße, aber weniger Inhalt? Die Hamburger Verbraucherzentrale will wieder gegen versteckte Preiserhöhungen mobil machen, bei denen Hersteller in veränderten Packungen "deutlich weniger Inhalt zum gleichen Preis" anbieten. Dafür suchen sie wieder die "Mogelpackung des Jahres 2017". Bis zum 22. Januar können Kunden online im Internet abstimmen. Dieses Mal haben sie die Wahl zwischen fünf Produkten, die den Verbraucherschützern im vergangenen Jahr aufgefallen sind: Früchtemüsli, Schokoriegel, Kaugummi und Erdnuss-Snacks.

"Mogelpackung des Jahres": Die Nominierten

Preiserhöhungen von bis zu 43 Prozent

"Bei diesen fünf Packungen geht’s vor allem darum, dass weniger drin ist zum gleichen Preis und dass die Hersteller versuchen, das zu kaschieren", erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg im Gespräch mit NDR 90,3. So seien oft Preiserhöhungen von bis zu 43 Prozent zu beobachten. "Wenn man das auf den Preis draufschlagen würde, würden viele Verbraucher das Produkt wahrscheinlich im Regal liegen lassen." Darüber hinaus verschlechterten sich auch manchmal die Rezepturen, ohne dass die Käufer dies bemerkten.

Hersteller und Händler legen Preise selbst fest

Die Hamburger Verbraucherzentrale veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor sogenannten Mogelpackungen. Die Hinweise kommen meist von den Verbrauchern selbst: "95 Prozent unserer Produkte, die wir online stellen, sind Beschwerden von Verbrauchern", erklärt Valet. Die Verbraucherzentrale überprüft diese dann, bittet die Anbieter um Stellungnahme und veröffentlicht dann alles, "um mehr Transparenz zu schaffen", wie der Verbraucherexperte erklärt. Rechtlich sei allerdings nur wenig zu machen. "Die Hersteller beziehungsweise die Händler können Preis und Füllmenge selbst festlegen", so Valet. Oftmals seien unter den Anbietern auch "Wiederholungstäter", die ihre Packungsgrößen über die Jahre häufiger veränderten. "Und da kommen dann die Preiserhöhungen zustande. Bis zu 99 Prozent hatten wir vor Kurzem, wenn man das auch über einen längeren Zeitraum betrachtet", sagt der Verbraucherschützer. Hinzu komme manchmal eine Verschlechterung der Rezeptur.

Armin Valet von der Verbraucher Zentrale Hamburg im NDR 90,3 Studio. © NDR Fotograf: Nina Rodenberg

"Hersteller versuchen zu kaschieren"

NDR 90,3 -

Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht die "Mogelpackung des Jahres 2017". Im Interview erzählt Verbraucherschützer Armin Valet, um welche Produkte es sich handelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 05.01.2018 | 11:18 Uhr

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