Stand: 23.08.2018 12:54 Uhr

Mieterverein: Viele Mieterhöhungen unberechtigt

Die Zahl der unrechtmäßigen Mieterhöhungen hat in diesem Jahr offenbar stark zugenommen: Nach Angaben des Hamburger Mietervereins waren von fast 4.000 seit Erscheinen des aktuellen Mietenspiegels im Dezember geprüften Erhöhungen drei Viertel fehlerhaft und unberechtigt.

So etwas habe er in den 30 Jahren, in denen er sich mit Mietrecht befasse, noch nie erlebt, sagte der Vorstandsvorsitzende Siegmund Chychla am Donnerstag. "Für uns scheint dahinter ein System zu stecken: Vermieter, die eine unberechtigte Mieterhöhung stellen, müssen keine Sanktionen fürchten."

Schummel mit der Kappungsgrenze

In der Regel überprüfe nur jeder zehnte Mieter die Erhöhung. Deswegen kämen die Hauseigentümer mit 90 Prozent ihrer Manipulationen durch, schätzt der Mieterverein. Und nennt ein Schummel-Beispiel: "Eine große Wohnungsverwaltung informierte ihre Mieter, dass laut Gesetz 20 Prozent Mieterhöhung zulässig sei. Sie verschwieg dabei aber, dass in Hamburg die Kappungsgrenze gilt, wonach nur 15 Prozent legal sind." 500 Euro zu viel habe der Vermieter verlangt. In anderen Fällen seien es 3.000 Euro gewesen.

20 Millionen zu viel kassiert?

Insgesamt würden Hamburgs Eigentümer so 20 Millionen Euro zu viel kassieren, so der Mieterverein. Chychla sprach von einem "Immobilienrausch" in der Stadt, in dem viele Vermieter jedes Maß verloren hätten. "Wir stellen zusehends eine Erosion des rechtsstaatlichen Verhaltens auf Seiten vieler Vermieter fest."

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Der Hamburger Mietenspiegel

Der Hamburger Mietenspiegel gibt eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten. Weitere Details gibt es auf der Seite der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. extern

Bürgerschaft: Streit über Wohnungspolitik

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.08.2018 | 12:00 Uhr

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