Stand: 11.03.2020 13:05 Uhr

Messerangriff auf Seniorin: Angeklagte schämt sich

Ein beinahe tödlicher Messerangriff auf eine 93-jährige Frau in einem Altenheim in Poppenbüttel wird seit Mittwoch erneut vor dem Hamburger Landgericht verhandelt. In dem ersten Verfahren war eine heute 41 Jahre alte ehemalige Altenpflegeschülerin wegen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie hatte im März 2018 die Seniorin in ihrer Wohnung überfallen und ihr 32 Stich- und Schnittverletzungen zugefügt. Wie durch ein Wunder überlebte die alte Frau die Tat.

"Ich kann mit dieser Schuld nicht leben"

Eine 39-Jährige sitzt in Hamburg in einem Gerichtssaal und verdeckt ihr Gesicht. Sie ist wegen versuchten Mordes angeklagt. © picture alliance / dpa Foto: Georg Wendt
"Ich bin kein Monster“, hatte die Angeklagte beim ersten Prozess gesagt.

Am Mittwoch gestand die Angeklagte die Vorwürfe und sagte, sie würde sich dafür schämen. Sie erklärte alles mit hohen Schulden und Depressionen. "Ich kann mit dieser Schuld nicht leben", sagte sie unter Tränen - Worte, die ihr im ersten Prozess noch nicht über die Lippen gekommen waren.

Das Landgericht Hamburg hatte die Frau am 25. März vergangenen Jahres zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil die Tat sehr nahe an der Vollendung gewesen sei. Sie habe mit "absolutem Vernichtungswillen" zugestochen, sagte die Vorsitzende Richterin damals.

Hätte Strafe gemildert werden müssen?

Der neue Prozess ist notwendig, weil der Bundesgerichtshof das Urteil teilweise aufgehoben hatte. An der Schuld der Angeklagten gebe es zwar keine Zweifel, hieß es dort. Da die Seniorin überlebt hat, hätte das Landgericht aber prüfen müssen, ob die Strafe gemildert werden könne. Nun entscheidet eine andere Kammer des Landgerichtes. Da nur über die Höhe der Strafe neu entschieden wird, hat das Landgericht nur zwei Termine angesetzt. Am 24. März soll bereits das Urteil verkündet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.03.2020 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Mitglieder des Hamburger Senats bei einer Pressekonferenz zur Corona-Situation.

Corona-Regeln: Senat denkt über Feier-Beschränkungen nach

Nach dem Überschreiten des Corona-Warnwerts erwägt der Hamburger Senat Einschränkungen, zum Beispiel bei privaten Feiern. mehr

Eine Person mit blauen Handschuhen hält ein Abstrichstäbchen in der Hand. © photocase Foto: Luisrojas

Coronavirus: 204 Neuinfektionen in Hamburg registriert

In Hamburg sind seit Montag 204 neue Corona-Fälle registriert worden. Der sogenannte Inzidenzwert liegt aktuell bei 55,4. mehr

Der Gerichtssaal im Prozess um die sogenannten Drei von der Parkbank. Der Angeklagte hält sich eine gelbe Mappe vor das Gesicht. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks/dpa

"Parkbank"-Prozess: Staatsanwalt fordert Gefängnisstrafen

Im Prozess um die "Drei von der Parkbank" hat der Oberstaatsanwalt Gefängnisstrafen von drei bis dreieinhalb Jahren gefordert. mehr

Teilnehmer stehen während einer Streikkundgebung auf dem Gelände des Forschungszentrums Desy in Hamburg-Bahrenfeld. © dpa-Bildfunk Foto: Bodo Marks

Krankenhäuser und Kitas: Hunderte bei Warnstreik dabei

Geschlossene Kitas, Notbesetzungen in Krankenhäusern: Die Gewerkschaft ver.di erhöht den Druck auf die Arbeitgeber. mehr