Stand: 23.04.2019 07:46 Uhr

Mediziner wünschen sich mehr Körperspender

Wo genau liegen die Organe? Wo die Gefäße? Und wie viel Platz ist zwischen Nerven und Knochen? Solche und ähnliche Fragen werden rund 400 Hamburger Medizin-Studenten pro Jahr an echten toten Körpern beantwortet. Das Anatomische Institut wünscht sich deshalb mehr Körperspender.

Man sei jedem sehr dankbar, der seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen wolle, sagte der Chef des Instituts für Anatomie am Universitäts-Klinkum Eppendorf, Udo Schumacher. Man habe ein paar Tausend Namen in der Datenbank, trotzdem wünscht sich Schumacher mehr Freiwillige. Wer dies möchte, kann zu Lebzeiten seinen Körper der Wissenschaft spenden. Dazu muss man älter als 50 Jahre alt sein, aus dem Großraum Hamburg kommen und eine Erklärung über eine Körperspende abgeben.

Körperspende kostet 1.200 Euro

Das ist allerdings nicht umsonst: 1.200 Euro müssen bei Vertragsabschluss dafür bezahlt werden - für Überführung, amtliche Formalitäten, Einäscherung und Beisetzung. Am Ende des Semesters organisieren die Studenten jeweils eine Gedenkfeier. Die sterblichen Überreste werden später in einem Ehrengrab beigesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.04.2019 | 12:00 Uhr

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