Stand: 09.05.2020 12:48 Uhr  - Hamburg Journal

Max-Brauer-Preis verlässt ausnahmsweise Hamburg

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Die Theaterkompanie "Teatro dell´Argine" führt Stücke mit interkulturellem Hintergrund auf.

Der mit 20.000 Euro dotierte Hamburger Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung bleibt in diesem Jahr ausnahmsweise nicht in Hamburg. Preisträgerin ist die freie italienische Theaterkompanie "Teatro dell´Argine". Seit 1998 bringen sie Stücke mit interkulturellem Hintergrund und jungen Schauspielerinnen und Schauspielern auf die Bühne. Das teilte die Stiftung in Hamburg mit.

Max-Brauer-Preis als Zeichen europäischer Solidarität

Die Auszeichnung solle in Corona-Zeiten, so die Stiftung, ein Zeichen europäischer Solidarität setzen. "Ähnlich wie in der Flüchtlingskrise vor fünf Jahren sind uns gleich ganz viele Initiativen in dieser Stadt in den Sinn gekommen. Diese Stadt ist reich an Engagement", sagte Ansgar Wimmer von der Alfred Toepfer Stiftung dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen. "Wir haben dann aber auch festgestellt, dass diese Stadt im Verhältnis zu anderen Regionen dieser Welt auch so reich ist. Und deshalb hat sich das Kuratorium nach längerer Beratung gegen alle Regeln entschieden, diesen Preis außerhalb von Hamburg zu vergeben - nämlich nach Norditalien."

Schwer, in der Krise sichtbar zu bleiben

Das ausgezeichnete Theater liegt in der Kleinstadt San Lazzaro in der von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Region Emilia Romagna in Norditalien und ist in seiner Größe eines der meistbesuchten Theater in ganz Italien. Jetzt sind wegen Corona alle Aktivitäten der kleinen Theaterkompanien - Theatersaison, Tournee der Vorstellungen, Workshops in und außerhalb der Schulen - eingestellt worden. Geöffnet werden die Theatersäle in Italien, so wird es derzeit jedenfalls diskutiert, nicht vor Dezember.

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Der Max-Brauer-Preis wird seit seit 1993 vergeben - eigentlich immer an Einrichtungen in Hamburg.

"Dass uns jemand von so weit entfernt gesehen hat, aus Deutschland, das hat uns alle hier wahnsinnig tief berührt und bewegt", sagte Micaela Casalboni, die Leiterin der Kompanie. "Das ist immer das schwierigste in solchen Zeiten, als Kulturort überhaupt noch sichtbar zu sein, besonders in unserem Land." Eine Preisverleihung kann es coronabedingt derzeit nicht geben, also werden die 20.000 Euro Preisgeld direkt überwiesen. Die Verleihung soll dann im kommenden Jahr stattfinden.

Preisverleihung erst im kommenden Jahr

Der Max-Brauer-Preis ehrt seit 1993 jedes Jahr Persönlichkeiten oder Einrichtungen mit besonderen Verdiensten um das kulturelle, wissenschaftliche und geistige Leben Hamburgs. Er ist dem Andenken Max Brauers gewidmet, dem letzten Oberbürgermeister von Altona vor 1933 und Hamburgs allererstem Bürgermeister nach 1946.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.05.2020 | 19:30 Uhr

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