Stand: 18.10.2019 15:19 Uhr

Mathe und Co.: Hamburgs Schüler kaum verbessert

Die Leistungen der Hamburger Schüler in den Naturwissenschaften haben sich in den vergangenen Jahren kaum verbessert. Das hat die Studie Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB-Bildungstrend) im Auftrag der Kultusministerkonferenz ergeben. Für die am Freitag in Berlin vorgestellte Untersuchung waren die Leistungen der Neuntklässler in den sogenannten MINT-Fächern getestet worden - also in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik.

Eine Schülerin schaut durch ein Mikroskop.

Bildungsstudie: Hamburgs Schüler hinken hinterher

Hamburg Journal -

Hamburgs Neuntklässler belegen in der neuen Bildungsstudie unter den 16 Bundesländern den 11. Platz in Mathematik und den vorletzten Platz in den Naturwissenschaften.

5 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

In Mathe leicht verbessert

Ergebnis: In Mathematik haben sich die Hamburger Neuntklässler gegenüber 2012 zwar leicht verbessert und belegen nun insgesamt den elften Platz unter den 16 Bundesländern. Im Vergleich der anderen Naturwissenschaften bleiben sie allerdings vorletzte.

Rabe ist enttäuscht

Bild vergrößern
Für die Studie wurden bundesweit 45.000 Schüler aus der neunten Jahrgangsstufe getestet.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) zeigte sich enttäuscht: Das sei ärgerlich und müsse dringend verbessert werden. In allen Naturwissenschaften sollen jetzt Bildungspläne und Unterricht analysiert und überarbeitet werden. Der Schulsenator stellte aber auch fest: in Hamburg kommen sehr viele Kinder aus bildungsfernen Familien. Sechs Prozent der Kinder sind förderbedürftig. Zudem haben mehr als 47 Prozent der Schüler Migrationshintergrund.

Die Opposition spricht von einem verheerenden Zeugnis für Hamburg. "Stillstand bedeutet Rückschritt und das Verharren im Mittelmaß darf nicht der Anspruch Hamburgs sein. Der enttäuschende Platz elf im bundesweiten Vergleich in Mathematik zeigt, dass alle bisherigen Anstrengungen von Bildungssenator Rabe offenbar vergeblich waren", sagte die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Anna von Treuenfels, dazu.

Ein Viertel unter den Mindeststandards

An der Erhebung des IQB-Bildungstrends 2018 nahmen knapp 45.000 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe in 1.460 Schulen aus allen Bundesländern teil. In Mathematik blieben bundesweit rund 24 Prozent unterhalb des für den mittleren Schulabschluss nötigen Mindeststandards. In Biologie, Chemie und Physik lagen die Anteile der Kinder unterhalb des Mindeststandards bei 5 bis 17 Prozent. Ungünstig entwickelten sich die im Durchschnitt erreichten Werte in den Gymnasien. Zudem sind Jungen laut der Studie von Negativtrends häufiger betroffen als Mädchen.

Weitere Informationen
NDR Info

Norddeutsche Schüler weiter schwach in Mathe

NDR Info

Die naturwissenschaftlichen Leistungen von Neuntklässlern stagnieren - das hat die IQB-Ländervergleichsstudie ergeben. Norddeutsche Schüler schneiden meist unterdurchschnittlich ab. mehr

Hamburg stockt Zahl neuer Schulen noch mal auf

Hamburgs Schulsenator Rabe hat den überarbeiteten Schulentwicklungsplan vorgestellt. Es sind 44 neue staatliche Schulen vorgesehen - 6 mehr als ursprünglich geplant. (24.09.2019) mehr

Hamburg hat jetzt ein MINTarium

Ein neues Erlebniszentrum soll bei Kindern und Jugendlichen Begeisterung für Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik schaffen. In Mümmelmannsberg können sie forschen und experimentieren. (27.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.10.2019 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:06
Hamburg Journal
02:32
Hamburg Journal
02:48
Hamburg Journal