Stand: 12.09.2018 19:35 Uhr

Mann überfallen und vergewaltigt: Prozess

Vor dem Landgericht Hamburg müssen sich seit Mittwoch vier Angeklagte wegen eines gemeinschaftlichen Überfalls auf einen 24 Jahre alten Mann in Bergedorf verantworten. Sie sollen ihn auch sexuell misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft drei Männern im Alter von 19, 31 und 35 Jahren vor, in der Nacht zum 4. Februar dieses Jahres bewaffnet und maskiert in die Wohnung einer mitangeklagten Frau eingedrungen zu sein. Den dort anwesenden Mann sollen sie gefesselt, geschlagen und getreten haben. Die Angeklagten hätten ihn sexuell misshandelt und das Geschehen mit einem Handy gefilmt. Schließlich seien sie mit dem Mobiltelefon, 200 Euro Bargeld und der EC-Karte des Opfers geflüchtet.

Blick in den Gerichtssaal: Wegen eines gemeinschaftlichen Überfalls auf einen Mann in Bergedorf und sexueller Misshandlung müssen sich vier Angeklagte vor dem Hamburger Landgericht verantworten. © picture alliance / dpa Fotograf: Christian Charisius

Brutale Vergewaltigung: Prozessauftakt

Hamburg Journal -

Drei Männer stehen vor Gericht. Sie sollen einen 23-Jährigen ausgeraubt und vergewaltigt haben. Seine damalige Freundin soll von den Plänen für dieses Verbrechen gewusst haben.

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Hintergründe unklar

Die Anklage lautet auf schweren Raub, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung. Die Hintergründe der Tat sind unklar. Möglicherweise habe es sich um einen Racheakt gehandelt, sagte ein Gerichtssprecher. Das Gericht versucht das Motiv in den kommenden elf Verhandlungstagen bis zum 21. Dezember herauszufinden.

Welche Rolle spielte die Frau?

Unklar ist auch noch das Verhältnis zwischen dem Opfer und der mitangeklagten 25-Jährigen. Sie soll die Ex-Freundin des 35 Jahre alten Angeklagten sein. Sie sei von den drei Männern ebenfalls in der Wohnung gefesselt worden, aber offenbar nur zum Schein. Tatsächlich soll sie mit den drei Angreifern gemeinsame Sache gemacht haben.

19-Jähriger legte Geständnis ab

Das Opfer sei nach der Tat zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet, sagte der Gerichtssprecher. Die Ermittler seien den mutmaßlichen Tätern aber erst auf die Spur gekommen, als sich der 19 Jahre alte Angeklagte bei der Polizei stellte und ein Geständnis ablegte. Der junge Mann ist noch wegen einer weiteren Straftat angeklagt: Er soll bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in der Nacht zum 7. Juli 2017 eine Flasche gezielt auf Polizisten im Schanzenviertel geworfen haben.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Weil der 19-jährige Angeklagte als Heranwachsender gilt, findet der Prozess vor einer Jugendstrafkammer statt. Noch vor Verlesung der Anklage schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus. Zur Begründung hieß es, dies sei im Interesse der Erziehung des 19-Jährigen geboten. Außerdem wäre durch die öffentliche Erörterung der Sexualstraftat der höchstpersönliche Lebensbereich aller vier Angeklagten und des Opfers betroffen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.09.2018 | 12:00 Uhr

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