Mehrere Personen sitzen in einem Gerichtssaal. © NDR Foto: Elke Spanner

Mann mit Balkon abgestürzt - Prozess gestartet

Stand: 12.11.2020 16:17 Uhr

Vor dem Hamburger Amtsgericht sind seit Montag zwei Vorstände der Wohnungsbaugenossenschaft Hamburger Wohnen und ein Hauswart wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Sie sollen ein marodes Haus in Eidelstedt nicht instand gehalten haben und dafür verantwortlich sein, dass ein Mann beim Abbruch eines Balkongeländers vor vier Jahren sehr schwer verletzt wurde. Der heute 30-jährige Mann kam auf Krücken zum Prozess. Er hatte nach dem Unfall zweieinhalb Jahre im Rollstuhl gesessen.

In Zigarettenpause abgestürzt

Der Unfall war in der Wohnung eines Freundes passiert, als der Mann sich beim Rauchen in einer Fußball-Pause leicht an das Balkongeländer gelehnt hatte. Dieses brach plötzlich, der Mann stürzte und prallte mit dem Rücken auf einen Marmortisch. Zwei Mal wurde er an der Wirbelsäule operiert.

Angeklagte äußern sich nicht

Der frühere Handwerker musste auf einen Bürojob umschulen, ein behindertengerechtes Auto kaufen, seine Wohnung behindertengerecht umbauen. Bezahlen musste er das alles alleine - die Genossenschaft hat ihm noch keinen Cent Entschädigung gezahlt. Man wolle erst den Ausgang dieses Prozesses abwarten, ließen die angeklagten Vorstände mitteilen. Sie selbst äußerten sich zu den Vorwürfen nicht.


12.11.2020 16:17 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war fälschlicherweise von einer Anlage wegen fahrlässiger Tötung die Rede. Wir haben den Fehler korrigiert.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.11.2020 | 17:00 Uhr

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