Stand: 07.05.2018 20:55 Uhr

Mahnwache für tödlich verletzte Radfahrerin

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Ungefähr 180 Menschen erinnern mit einer Mahnwache an die 33-Jährige, die hier am Montagmorgen von einem Lastwagen überfahren wurde.

Nach dem tödlichen Unfall in Hamburg-Eimsbüttel haben sich am Montagabend rund 180 Anwohner und Radfahrer zu einer spontanen Mahnwache versammelt. Sie entzündeten Kerzen, brachten Blumen mit und legten sich mit ihren Rädern schweigend auf die Straße, um an die Radfahrerin zu erinnern, die am Morgen bei einem Unfall mit einem Lastwagen ums Leben kam. Sie forderten mehr Sicherheit für Radfahrer auf Hamburgs Straßen.

Radfahrerin stirbt noch am Unfallort

Die 33-Jährige war am Montag von einem Lastwagen überfahren worden und noch am Unfallort an ihren schweren inneren und äußeren Verletzungen gestorben. Sie hinterlässt zwei kleine Kinder. Nach Polizeiangaben wollte der Lastwagenfahrer rechts abbiegen, übersah die Frau auf ihrem Rad und erfasste sie an der Ecke Osterstraße/Eppendorfer Weg. Warum der Fahrer die Radfahrerin nicht gesehen hat, ist noch nicht geklärt. Der Fahrer des Kühllasters erlitt einen Schock und musste von einem Seelsorger betreut werden.

Beamte des Verkehrsunfalldienstes untersuchten die Unfallstelle bereits kurz nach dem Unfall. Die Polizei hat gegen den Lastwagenfahrer ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet und wird nun klären, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Fahrrad-Club fordert "Task Force"

Die Teilnehmer der Mahnwache am Montagabend sagten, als Fahrradfahrer sei man zunehmend dem immer aggressiver werdenden Verkehr ausgesetzt. Die Politik müsse endlich handeln und mehr Sicherheitssysteme für Lkw einführen und sichere Fahradwege einrichten. Eine Forderung, die zuvor schon der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gerichtet hatte. Scheuer müsse sich sofort bei der EU-Kommission für die verpflichtende Einführung von elektronischen Lkw-Abbiegeassistenten einsetzen.

"Abbiegende Lkw sind eine Todesfalle für Radfahrende", sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork am Montag. Seit Jahresbeginn seien bereits 15 Radfahrer bei Unfällen mit Lastwagen gestorben. Man brauche eine "Task Force", in der neben den Verkehrsministern der Länder auch Lastwagenhersteller und Unfallforscher mit am Tisch sitzen, so die Forderung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.05.2018 | 09:00 Uhr

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