Ein Airbus-Techniker arbeitet in einem Rumpfsegment in der neuen Strukturmontage der Airbus A320 Familie in Hangar 245 im Airbus Werk in Finkenwerder. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Luftfahrtbranche: Viele Betriebsräte erwarten weiteren Jobabbau

Stand: 18.12.2020 13:01 Uhr

In der norddeutschen Luft- und Raumfahrtindustrie droht wegen der Corona-Pandemie auch im kommenden Jahr ein Abbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Aus einer am Freitag vorgestellten Befragung von Betriebsräten im Auftrag der IG Metall geht hervor, dass 70 Prozent der Arbeitnehmervertreter im Norden bis Ende nächsten Jahres einen weiteren Rückgang an Beschäftigung erwarten. Bundesweit seien in den beteiligten Unternehmen etwa 10.000 Arbeitsplätze gefährdet, davon rund 6.300 in Norddeutschland.

Bereits Tausende Jobs gestrichen

Dabei sind seit Anfang dieses Jahres in der Branche schon Tausende Jobs gestrichen worden. Durch die Corona-Pandemie nehmen viele Fluglinien bereits gebaute Maschinen nicht ab, neue Bestellungen sind selten. Die Unternehmen sind nur noch zu drei Vierteln ausgelastet. Viele Firmen rechnen damit, dass es bald noch weniger zu tun gibt. Beim Flugzeugbauer Airbus und bei anderen Unternehmen laufen spätestens im kommenden Jahr Vereinbarungen zur Arbeitsplatzgarantie aus - dann sind auch betriebsbedingte Kündigungen möglich. Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, appellierte an die Branche und an die Politik, trotz der aktuellen Krise in neue Technik zu investieren, zum Beispiel in umweltfreundliche Flugzeuge.

Die Agentur für Struktur- und Personalentwicklung befragte nach Angaben der IG Metall Betriebsräte aus 68 Unternehmen mit 79.200 Beschäftigten, davon 24 Betriebe mit rund 31.600 Beschäftigten in Norddeutschland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.12.2020 | 13:00 Uhr

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