Stand: 28.11.2019 00:53 Uhr

Lisa Stansfield in Hamburg: Zurück ins Jahr 1989

von Florian Wöhrle

Fast genau 30 Jahre liegt ihr größter Erfolg zurück: Zum Jubiläum ihres Albums "Affection", das sie im November 1989 herausbrachte, ist Lisa Stansfield wieder auf Tour gegangen. In der Arena am Hamburger Volkspark spielte die "British Queen of White Soul" am Mittwochabend fast ausschließlich die Songs von damals.

Draußen ungemütlicher November-Blues, drinnen eine überraschende Gemütlichkeit: 2.100 Zuschauer finden sich in einer fast intimen Atmosphäre wieder, weil die Plätze der großen Arena an diesem Abend durch geschicktes Abhängen vieler Tribünen auf knapp ein Drittel reduziert sind. Begrüßt werden die Gäste mit einem funkigen Einstieg der zehnköpfigen Band - und dann ist auch die Hauptperson da: Lisa Stansfield, 53 Jahre alt, ist zurück in Hamburg und singt mit ihrer wohlig-vollen Stimme "Affection" (Zuneigung).

Stühle werden nicht lange gebraucht

Lisa Stansfield bei ihrem Konzert in der Hamburger Barclaycard Arena. © NDR Foto: Axel Herzig
Das deutsche "Dankeschön" hat Lisa Stansfield fest im Repertoire.

Die Zuneigung des Publikums braucht noch ein wenig, um in die Gänge zu kommen, dabei macht die Britin es den Fans leicht. Die Sängerin ist gut in Form, wirkt in ihrer weißen Seidenbluse zierlich und quirlig und räumt gleich mit einem Verbot auf: "You don't need to sit", fordert sie die Zuschauerinnen und Zuschauer im Innenraum auf. Etliche erheben sich von ihren Stühlen, um sich zu dem souligen Pop-Sound zu bewegen. Erst zurückhaltend zu "The Way You Want It", dann geht's richtig los, als die Sängerin den Countdown zu "This Is The Right Time" anzählt - einem der größten Hits aus 1989, den sie zusammen mit den Techno-Tüftlern von Coldcut produziert hatte.

Höhepunkt: Welt-Hit "All Around The World"

Seit damals hat die Britin mehr als 20 Millionen Platten verkauft, vor allem Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre, als sie auch in Deutschland zwei Alben in den Top Ten platzieren kann. Danach wird es ruhiger um die Britin, obwohl sie auch in mehreren Filmen mitspielt. Erst im vergangenen Jahr gelingt ihr mit dem Album "Deeper" ein respektables Comeback. Doch davon ist heute nur ein einziger Song im Programm. Stansfield gibt sich ganz ihrem Erfolgsalbum hin: Im Fokus steht dabei der Hit "All Around The World", der ihr damals rundes Gesicht samt Wet-Gel-Frisur weltbekannt gemacht hat.

Begeisterung im letzten Konzert-Drittel

Eine Welle der Glückseligkeit flutet das Publikum, als die erste Zeile "I don't know where my baby is" erklingt. Textsicher darf die Menge den Refrain schließlich allein singen, begleitet vom Licht der Handy-Kameras. Das Lied leitet das furiose letzte Drittel ein, in dem die Hitdichte mit "The Real Thing" und "People Hold On" deutlich steigt und die großartige zehnköpfige Band immer ausgelassener aufspielt.

Eine Brexit-Botschaft am Ende

Am Ende hat die wunderbare Mrs. Stansfield noch eine Botschaft an das Publikum: "Ich bin stolz, mich eine Europäerin nennen zu dürfen", leitet sie ihre Zugabe ein: Der Song "Live Together" soll daran erinnern, dass in Zeiten wie diesen die Liebe untereinander das Wichtigste sei. Der Zuneigung der Hamburgerinnen und Hamburger kann sie sich an diesem Abend gewiss sein.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 28.11.2019 | 19:30 Uhr

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