Stand: 15.10.2019 06:56 Uhr  - NDR 90,3

Liberale Jüdische Gemeinde fordert mehr Schutz

Die Liberale Jüdische Gemeinde Hamburg hat mehr Unterstützung bei Sicherheitsmaßnahmen gefordert. Nach dem Anschlag von Halle wendete sich die Gemeinde mit einem Appell an die Öffentlichkeit.

Gemeinde hat drei Standorte in Hamburg

Die Liberale Jüdische Gemeinde Hamburg hat nach eigenen Angaben etwa 325 Mitglieder. Diese jüdische Glaubensausrichtung gibt es seit mehr als 200 Jahren. Anders als die vor allem orthodoxe Jüdische Gemeinde Hamburg hat dieser Zweig des Judentums kein einheitliches Gotteshaus in der Hansestadt und muss auf drei Standorte zurückgreifen. Dementsprechend gebe es keinen ausreichenden und systematischen Schutz, meinte Galina Jarkova vom Vorstand der Liberalen Jüdischen Gemeinde.

Video-Überwachung, Sicherheitsdienst und starke Türen

Nach 15-jähriger Suche wünsche sich die Liberale Jüdische Gemeinde ein eigenes Gebetshaus mit systematischen Sicherheitsvorkehrungen, so Jarkova. Die Gemeinde fordert für ein neues Gotteshaus eine ständige Video-Überwachnung, einen Sicherheitsdienst und starke Türen. Eine solche, sagt Jarkova, habe die Gemeinde in Halle vor Schlimmerem geschützt. Nach dem Anschlag von Halle sei die Besorgnis in der Gemeinde groß, so Jarkova weiter, denn Gedenkstätten und Stolpersteine seien im Fokus der Öffentlichkeit - aber die lebendige liberale jüdische Tradtion nicht.

Grote: Sicherheitskonzept wird "bis ins Detail überprüft"

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) wollte sich zu dieser konkreten Forderung nicht äußern, er sei aber grundsätzlich bereit, mehr für den Schutz jüdischer Gemeinden in Hamburg zu tun. Grote versicherte, dass das gesamte Sicherheitskonzept für jüdische Einrichtungen "bis ins Detail überprüft" und möglicherweise angepasst würde. Er habe bereits mit dem Landesrabbiner Shlomo Bistritzky gesprochen.

Weitere Informationen

Hunderte demonstrieren gegen Antisemitismus

Gegen rechten Terror haben rund 1.200 Menschen in Hamburg protestiert. Gestartet waren sie neben der Talmud-Thora-Schule. Anlass war der rechtsextremistische Anschlag in Halle. (12.10.2019) mehr

Kommentar: Mehr Sicherheit für Juden in Hamburg

Der Anschlag von Halle muss auch in Hamburg Konsequenzen haben. Der Senat muss dafür sorgen, dass Juden in Sicherheit beten und zur Schule gehen können, meint Daniel Kaiser. (12.10.2019) mehr

Grote: Kampf gegen Rechtsextremismus verstärken

Hamburgs Innensenator Grote fordert Konsequenzen nach dem Anschlag von Halle. Es müsse mehr Personal, Geld und Energie in den Kampf gegen den Rechtsextremismus fließen. (11.10.2019) mehr

Anteilnahme in Hamburg nach Anschlag in Halle

Der Anschlag in Halle hat in Hamburg Bestürzung ausgelöst. Vor der Synagoge in Eimsbüttel legten Menschen Blumen nieder. Innensenator Grote kündigte an, die Schutzvorkehrungen zu überprüfen. (10.10.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.10.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:55
Hamburg Journal
04:08
Hamburg Journal
02:40
Hamburg Journal