Stand: 15.10.2018 06:43 Uhr

"Lederhosen-Revolution": Fegebank freut sich

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Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Fegebank spricht von einer "Lederhosen-Revolution".

Bei der Landtagswahl in Bayern hat es herbe Verluste für die CSU gegeben, sie bleibt aber stärkste Kraft. Auch die SPD verlor massiv. Die Grünen gewannen deutlich und sind nun zweitstärkste Partei, die AfD zog mit rund elf Prozent in den Landtag ein. In Hamburg stieß das Ergebnis auf unterschiedliche Reaktionen. Erfreut zeigte sich die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). Die Grünen hätten sich in einer Werte-Auseinandersetzung durchgesetzt und das bislang beste Ergebnis in Bayern erreicht. Im Hamburg Journal des NDR Fernsehens sagte sie: "Wir können nur gratulieren. Das war eine richtige Lederhosen-Revolution, die da stattgefunden hat."

Kienscherf: Nicht überraschend, aber schmerzhaft

Hamburgs SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf sagte, das Ergebnis sei nicht überraschend, aber es schmerze. Wenn man sich auf Bundesebene immer nur fetze und es immer nur um die Flüchtlingspolitik gehe, leide die Große Koalition insgesamt. Und nun habe es auch die SPD in Bayern getroffen.

Weinberg: CSU-Ergebnis "dramatisch schlecht"

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Der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg bewertete das Ergebnis der Bayern-Wahl im Hamburg Journal.

Der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg zeigte sich enttäuscht vom Ergebnis der CSU. Es sei dramatisch schlecht, "knapp an der Katastrophe vorbei". Er hätte gehofft, dass die Schwesterpartei in Bayern noch die Kurve bekommt. Ein Grund für das schlechte Abschneiden sei der ständige Streit in der Großen Koalition und innerhalb der Union in den letzten Monaten gewesen. "Man muss Verantwortung übernehmen und Haltung zeigen", so Weinberg - das sei zuletzt nicht gelungen.

Zu den Konsequenzen sagte Weinberg, man müsse aufpassen, wenn man aus taktischen Gründen bestimmte Milieus erreichen wolle. Der Versuch der CSU, potenzielle AfD-Wähler zurückzuholen, hätte dazu geführt, dass die Wähler in der Mitte die CSU verlassen hätten. Man dürfe sich nicht treiben lassen durch kurzfristige taktische Überlegungen, sondern müsse eine klare Haltung zeigen.

Özdemir: Richtige Themen besetzt

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Cansu Özdemir sagte, ihre Partei hätte vor allem bei den Themen Polizeiaufgabengesetz und Pflegenotstand klar Stellung bezogen. Im Vergleich zu den vergangenen Wahlen in Bayern habe man sich verbessert, das sei ein Erfolg.

Von Treuenfels-Frowein: "Mehr erhofft"

FDP-Fraktionschefin Anna von Treuenfels-Frowein sagte: "Wir hätten uns natürlich mehr erhofft." Sie betonte, dass nun auch in Bayern keine Partei mehr über 40 Prozent der Stimmen geholt hat. Auch der SPD in Hamburg werde das nicht mehr gelingen.

Nockemann: "Ergebnis honoriert gute Arbeit"

Der Landesvorsitzende der AfD, Dirk Nockemann, erklärte, die SPD und die CSU hätten massiv gegen die AfD in Bayern geschossen und argumentiert. Das hätte den einen oder anderen Prozentpunkt gekostet. Ansonsten sei das ein Ergebnis, das "die gute Arbeit der AfD-Kollegen in den anderen Bundesländern und im Bundestag honoriert".

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Hamburg Journal | 14.10.2018 | 19:30 Uhr

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