Carsten Brosda zu Gast bei NDR 90,3. © NDR Foto: Alexander Dietze

Kultursenator Brosda bleibt in Hamburg: "Ich freue mich"

Stand: 24.11.2021 19:29 Uhr

Wochenlang gab es Spekulationen darüber, ob Olaf Scholz Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) als Kulturstaatsminister nach Berlin holen wird. Jetzt gibt es Klarheit: Das Staatsministerium für Kultur und Medien geht nicht an die SPD, sondern an die Grünen.

Unter Hamburgs Kulturschaffenden dürfte die Erleichterung groß sein - Brosda ist beliebt. Wie sieht er die Entscheidung? Für das NDR 90,3 Kulturjournal hat Susanne Hasenjäger mit dem Kultursenator gesprochen.

Hamburgs Kultur atmet auf. Was ist Ihre Reaktion?

Carsten Brosda: Ehrlicherweise freue ich mich, hier weiter arbeiten zu können. Es macht wahnsinnig viel Spaß in Hamburg. All diese Nachrufe, die ich in den vergangenen Wochen lesen und hören durfte, habe ich auf Wiedervorlage - für schwierige Gespräche. Tatsächlich war für mich schon länger klar, dass ich hier in Hamburg weiter arbeiten möchte. Ich habe hier viel angefangen, das ist nicht beendet. Man darf auch nicht vergessen, dass die Kulturpolitik in Deutschland in den Ländern stattfindet. Die sind zuständig für die Kultur. Der Bund hat eine wichtige symbolische Aufgabe, aber viele der strukturellen und ganz praktischen Fragen werden auch hier vor Ort erledigt. Ich habe Lust, das kulturelle Leben in Hamburg weiter mitzugestalten. Gerade in diesen schwierigen Zeiten, mit diesen tollen Leuten.

Also keine Enttäuschung?

Carsten Brosda: Nein, gar nicht. Ich habe mit Amüsement verfolgt, was so spekuliert wurde. Ich habe aber beschlossen, mich dazu nicht zu äußern und das bis zum Schluss auch durchgehalten. Ich habe auch nicht den obligatorischen Satz gesagt: "Mein Platz ist in Hamburg." Ich dachte, das bringen wir jetzt mal zum Ende. Und dann wird verkündet, wie es ausgeht. Aber dass das so ausgeht, war mir klar. Für mich ist die Entscheidung nicht heute und nicht gestern gefallen.

Sie sind nicht nur unser Kultursenator, sondern auch SPD-Politiker. Wie sehen Sie denn jetzt den Koalitionsvertrag?

Carsten Brosda: Ich habe mir natürlich sofort die Kulturseiten rausgesucht. Ich durfte ja die Verhandlungsführung für die Kulturpolitik machen. Ich glaube, dass es für die Kulturpolitik und für die Medienpolitik tatsächlich einen echten Aufbruch bedeuten wird, wenn man das umsetzt, was wir dort haben. Der Bund soll sich ernsthaft mit den Ländern darüber verständigen, wie eigentlich Kulturpolitik stattfinden soll. Das ist die eine Forderung, die wir als Länder schon seit Jahren hatten. Und Kultur als Staatsziel ins Grundgesetz zu bringen. Außerdem steht am Anfang, dass wir sozusagen von Klassik bis Comic, von Plattdeutsch bis Plattenladen alles als Kultur verstehen wollen in dieser Koalition der Ampel. Und ich glaube, dass das ein ganz wichtiges Signal dafür ist, dass es eben nicht um eine Verengung auf wenige staatliche Einrichtungen geht, sondern wirklich Kultur in ihrer Breite verstanden werden soll. Das machen wir in Hamburg so seit Jahren, und es ist ganz wunderbar, mit dem Bund der künftigen Partner zu haben.

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Norbert Walter-Borjans (SPD), Annalena Baerbock, Robert Habeck (beide Bündnis 90/Die Grünen) Olaf Scholz (SPD), Christian Lindner, Volker Wissing (beide FDP) und Saskia Esken (SPD, v.l.n.r.) © dpa Foto: Kay Nietfeld

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 24.11.2021 | 19:00 Uhr

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