Stand: 26.07.2020 10:19 Uhr

Krebserregende Stoffe in Feuerwache geheim gehalten

Die Freiwillige Feuerwehr in Hamburg-Alsterdorf ist monatelang nicht darüber informiert worden, dass in ihrer Wache krebserregende Stoffe nachgewiesen wurden. Das teilte der Senat auf eine Anfrage der CDU-Fraktion mit.

Gründe für Verzögerungen sind unbekannt

Bereits im März lag der städtischen Sprinkenhof GmbH das Ergebnis der Messungen in dem Gebäude der Feuerwehr vor - aber erst Mitte Juli ging es bei der Feuerwehr ein. Das bestätigte der Senat NDR 90,3. Die genauen Gründe für die monatelange Verzögerung sind unbekannt. Auf Nachfrage der "Bild", die zuerst darüber berichtete, erklärte eine Sprinkenhof-Sprecherin, dass es möglicherweise durch die Corona-Krise zu dem Problem kam.

Wache am Maienweg komplett gesperrt

Dass die Freiwillige Feuerwehr erst so spät informiert wurde, ist brisant: Bei den Messungen war herausgekommen, dass ein Grenzwert für die krebserregende Substanz Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) überschritten wurde. Die Wache am Maienweg wurde darum in der vergangenen Woche komplett gesperrt, die Einsatzkräfte werden medizinisch untersucht. Etwa 60 Personen sind betroffen. Der Staatsanwaltschaft Hamburg liegt nach Angaben von "Bild" inzwischen eine Anzeige vor - sie prüft Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung.

Bei Einsätzen in den Stadtteilen Alsterdorf und Eppendorf muss die Berufsfeuerwehr vorübergehend auf die Mithilfe der beiden Wehren verzichten - und damit auch auf spezielle technische Ausrüstung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.07.2020 | 16:00 Uhr

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