Stand: 19.09.2020 08:40 Uhr

Kommentar: Vereine und Fans haben es selbst in der Hand

von Lars Pegelow

Einen Hauch von Fußball-Stimmung gab es am Freitagabend im Volksparkstadion beim Zweitligastart des HSV gegen Fortuna Düsseldorf. 1.000 Fans waren dabei – erstmals wieder Zuschauer seit Ausbruch der Corona-Pandemie. An diesem Wochenende ist bundesweit der Startschuss vorgenommen worden für die schrittweise Öffnung der Stadion-Tore - zumindest im Testbetrieb für sechs Wochen. Ist das eine schlaue Entscheidung? Lars Pegelow kommentiert.

Lars Pegelow im Studio von NDR 90,3 © NDR Foto: Marco Peter
NDR 90,3 Sportreporter Lars Pegelow kommentiert den Zweitliga-Auftakt mit Fans.

Echte Fußball-Stimmung, so ehrlich muss jeder sein, der beim Zweitligaauftakt im Volksparkstadion war, konnte mit 1.000 Zuschauern nicht aufkommen. Ein bisschen Applaus, ein paar Anfeuerungsrufe - die Stimmung klang dann doch eher nach Landesliga als nach Bundesliga. Aber sei’s drum, ein Anfang ist gemacht. In den nächsten Wochen werden es mehr Fans werden, und das finde ich auch gut und sinnvoll.

Die Regelung ist ja, dass in jedem Stadion bis zu 20 Prozent der Plätze belegt werden können - das wären dann gut 11.000 beim HSV und knapp 6.000 beim FC St. Pauli am Millerntor. Die Vereine sind aufgefordert, detaillierte Hygiene-Konzepte vorzulegen. Politik und Gesundheitsbehörden gucken sorgfältig auf diese Konzepte - und entscheiden im Zweifel auch mal gegen die Zuschauer-Erlaubnis, so wie jetzt beim FC Bayern wegen der hohen Corona-Infektionszahlen im Großraum München.

Folgen bei Fehlverhalten

Aber nicht nur Behörden gucken darauf, sondern auch die Fernsehkameras und damit die Öffentlichkeit. Wenn es nicht klappt mit Abstand im Stadion, dann wird das eben Folgen haben. Ein erstes, kleines Beispiel gab es in Rostock. Dort haben die Fans im DFB-Pokal zu eng gestanden, zu innig gejubelt - beim nächsten Mal müssen nun alle mit Masken kommen. Klappt das auch nicht, bleibt das Stadion wieder leer.

Signal-Charakter auch für andere Sportarten

Die Vereine und die Fans haben es im Grunde selbst in der Hand. Bleiben alle diszipliniert wie im Supermarkt oder meistens auch in Bus und Bahn, dann funktioniert das auch im Stadion. Dem Fußball wäre es zu wünschen, aber nicht nur dem Fußball. Als die Bundesliga in der vergangenen Saison als erste Liga weltweit mit Geisterspielen weitergemacht hat, hatte das Vorbild-Charakter für den Sport weltweit. Viele andere Länder und andere Ligen haben sich den deutschen Fußball als gutes Beispiel genommen. Gegen viel Kritik hat das Geisterspiel-Konzept funktioniert.

Sport mit Fans macht mehr Spaß

Funktioniert jetzt auch wieder die Rückkehr der Fans in die Stadien, könnte das Signal-Charakter haben für viele andere Sportarten - auch Hallen-Sportarten. Handball, Basketball, Eishockey mit ihren speziellen Corona-Schutzmaßnahmen unter einem geschlossenen Dach - alle warten dringend darauf, wieder Fans begrüßen zu können. So wie jetzt im Volksparkstadion und beim Tennis-Turnier am Rothenbaum. Sport mit Fans ist wichtig für die Kasse - und es macht einfach viel mehr Spaß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 19.09.2020 | 08:40 Uhr

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