Stand: 18.05.2019 08:40 Uhr

Kommentar: Misstöne über Hamburgs Hallenpläne

von Reinhard Postelt
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NDR 90,3 Redakteur Reinhard Postelt kommentiert die geplanten Hallen-Bauten in der Stadt.

Seit Jahren fordern Hamburgs Konzertveranstalter den Neubau einer mittelgroßen Halle. Nun wird klar, dass gleich drei Hallen parallel geplant werden. NDR 90,3 hatte Mitte der Woche enthüllt, dass der Senat am Diebsteich, am künftigen Fernbahnhof Altona, eine private Konzerthalle für bis zu 5.000 Menschen ermöglichen will. Wie kommt es zu der plötzlichen Hallen-Vermehrung - und brauchen wir die alle?

In die Ruhmeshalle der Politik schafft es der Senat mit seinen Versuchen für eine neue Veranstaltungs-Halle nicht. Im Gegenteil. Erst suchen die Behörden jahrelang vergeblich nach einer Fläche, dann sickern innerhalb einer Woche gleich zwei Hallen-Planungen durch, die nicht aufeinander abgestimmt sind.

Alte Hallen auf einem 47.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Nähe des S-Bahnhofes Diebsteich.

Geplante Arena am Diebsteich stößt auf Kritik

Hamburg Journal -

Der Hamburger Senat will am Diebsteich eine Arena für bis zu 5.000 Zuschauer bauen lassen. Die Konzertveranstalter jubeln über die neuen Pläne - doch es gibt auch Kritik.

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Behörden planen aneinander vorbei

Offenbar wusste die eine Behörde für Stadtentwicklung nichts Genaues von den Planungen der anderen Behörde für Wirtschaft. Diese und die städtische Hamburg-Messe wollen an der Sternschanze eine Mehrzweckhalle für rund 5.000 Menschen bauen, hatten aber nicht mal die Senatoren eingeweiht.

Bevölkerung nicht in die Planung einbezogen

Eine Woche später folgte eine weitere Peinlichkeit: Im Gespräch mit einer Bürgerinitiative plauderte eine Mitarbeiterin der Baubehörde Pläne einer zweiten Hallen-Planung am Diebsteich in Altona-Nord aus, die NDR 90,3 an die Öffentlichkeit brachte. Wieder, wie bei den Messeplänen, war Hamburgs Bevölkerung nicht in die Planung einbezogen. Warum macht der Senat eigentlich eine Bürgerbeteiligung für das Diebsteichgelände, fragte die Linke, wenn die Halle verschwiegen wurde? So viel zum Senats-Missgeschick der Vergangenheit.

Aber wo spielt in Zukunft die Musik?

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Kritik an Hamburgs Plänen für neue Konzerthalle

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Ein privater Investor plant nämlich noch eine dritte Halle - den Elbdome an den Elbbrücken. Hier sollen die Basketballer der Hamburg-Towers spielen, aber auch Bands, sonst lohnt sich die Rieseninvestition nicht.

Also gleich drei neue Veranstaltungshallen für Hamburg? Die bekommt man nicht voll. Eine der Hallen-Planungen gehört in den Reißwolf. Ich meine: die der Messe. An der Sternschanze wehren sich Anwohner gegen noch mehr Rummel. Zudem mahnt Konzertveranstalter Karsten Jahnke, es sei ja immer irgendeine Messe, Bands stünden dann vor verschlossener Tür.

Hallen-Pläne müssen öffentlich gemacht werden

Dagegen können sich am Diebsteich und an den Elbbrücken kaum Anwohner gestört fühlen, weil es kaum welche gibt. Beide Orte sind gut an S-Bahn und Straßennetz angebunden. Der Senat muss nun alle Pläne auf den Tisch legen und die Hamburger daran beteiligen. Sonst gibt es wieder nur Misstöne. Eine Konzerthalle in Altona und eine Sporthalle an den Elbbrücken - das wäre attraktiv für uns alle!

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 18.05.2019 | 08:40 Uhr

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