Stand: 09.03.2019 08:40 Uhr

Kommentar: Mindestlohn auch fürs Bodenpersonal

von Volker Frerichs
Bild vergrößern
Volker Frerichs kommentiert den Tarifstreit am Hamburger Flughafen.

Am Hamburger Flughafen drohen vorerst keine neuen Streiks, der Tarifstreit geht aber weiter. Die Gewerkschaft ver.di fordert mehr Geld - zum Beispiel für die Mitarbeiter der Gepäckabfertigung. Zu Recht, meint Volker Frerichs.

Nun kommt mal zu Potte. Es kann doch wohl nicht angehen, dass Menschen am Flughafen pro Schicht Hunderte Koffer hin- und herwuchten - und sich dann mit dem Geld, das sie dort verdienen, das Leben in unserer teuren Stadt nicht leisten können. Schließlich gehört der Flughafen mehrheitlich der Stadt Hamburg. Also muss dort auch anständig bezahlt werden.

Viele verschiedene Koffer gestapelt. © fotolia Foto: Maurizio Milanesio

Hamburg-Kommentar: Mindestlohn für Flughafen-Personal

NDR 90,3 - Der Hamburg-Kommentar -

Es kann nicht angehen, dass Menschen am Flughafen Hunderte Koffer hin- und herwuchten - und sich dann mit dem Geld das Leben in unserer Stadt nicht leisten können, meint Volker Frerichs.

4,49 bei 53 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Zwölf Euro Mindestlohn - ein Wahlversprechen

Zur Erinnerung: Es ist Peter Tschentscher (SPD) höchstpersönlich, der nur einen Tag nach seiner Wahl zum Ersten Bürgermeister bei NDR 90,3 angekündigt hatte, bei den Tochterunternehmen der Stadt Hamburg solle in Zukunft niemand weniger als zwölf Euro pro Stunde verdienen. Zwölf Euro, das sei die Richtschnur bei künftigen Tarifvereinbarungen. Denn diesen Lohn brauche man, um in einer Stadt wie Hamburg leben zu können, sagte Tschentscher damals. Wenn nötig, solle die Erhöhung schrittweise erfolgen. Das Versprechen des Bürgermeisters, das später auch die Regierungsparteien SPD und Grünen abgaben, ist mittlerweile fast ein Jahr alt. Passiert ist aber relativ wenig. Es wird also höchste Zeit.

Am Ende zahlen die Passagiere

Und noch etwas: Der Hamburger Flughafen wird auch dann konkurrenzfähig bleiben, wenn die Gebühren für die Airlines ein wenig steigen. Bezahlen werden das am Ende sowieso die Passagiere. Und mal ehrlich: Wäre es so schlimm, wenn das Billigticket in den Süden vielleicht einen Euro mehr kostet?

Weitere Informationen

Hamburger Flughafen: Kein Streik am Wochenende

Im Tarifstreit für das Bodenpersonal am Hamburger Flughafen gibt es vorerst keine neuen Streiks. Kommende Woche wollen sich die Verhandlungspartner zu Sondergesprächen treffen. (09.03.2019) mehr

Ver.di: Flughafen Hamburg droht neuer Warnstreik

Ver.di hat die Stadt Hamburg als den Mehrheitseigner des Flughafens dazu aufgerufen, sich in den Tarifkonflikt einzuschalten. Die Gewerkschaft schloss auch einen weiteren Warnstreik nicht aus. (06.03.2019) mehr

Zwölf Euro Mindestlohn: Rot-Grün macht Ernst

Spätestens 2020 soll kein städtischer Angestellter mehr weniger als zwölf Euro pro Stunde verdienen. Das fordern SPD und Grüne in der Bürgerschaft. Die Opposition spricht von einem Wahlgeschenk. (27.04.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 09.03.2019 | 08:40 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:30
Hamburg Journal
02:16
Hamburg Journal
01:57
Hamburg Journal