Jörn Straehler-Pohl © NDR Foto: Screenshot

Kommentar: Grüne Erinnerungen an Scholz' Führungsstil

Stand: 02.10.2021 08:40 Uhr

Am Sonntag geht es los: Dann will die SPD zum ersten Mal mit Grünen und FDP über eine mögliche gemeinsame Koalition sprechen. Bei den Grünen in Hamburg dürften diese Gespräche nicht nur gute Erinnerungen wachrufen, meint Jörn Straehler-Pohl in seinem Kommentar.

So aufgebracht habe ich Katharina Fegebank selten gehört: "Ich habe hier mit Olaf Scholz verhandelt", sagte die Zweite Bürgermeisterin bei einem Treffen der Hamburger Grünen nach der Wahl. Und sie fügte hinzu: "Ich weiß, dass uns kein Meter geschenkt wird. Kein Meter."

"OWD" als Führungsstil

Auf diese Warnung sollten die Verhandlungsführerinnen und -führer der Grünen in Berlin hören. Und auch die von der FDP. Denn sie passt auch zu einer Beschreibung der Wochenzeitung "Die Zeit" über Scholz: Sie bezeichnet ihn als eine Art politisches Raubtier. "OWD" - dieses Kürzel steht für "Olaf will das" und sagt viel aus über seinen Führungsstil. Nach diesem OWD-Prinzip hat er auch den G20-Gipfel in Hamburg durchgesetzt.

Scholz sollte bei sich selbst anfangen

Olaf Scholz sagt im neuen "Spiegel": "Ich will die Welt ein Stück besser machen". Ich finde: Er sollte erst einmal bei sich selbst anfangen. Denn den Ruf, den er sich als Erster Bürgermeister aufgebaut hat, ist zumindest bei den Hamburger Grünen der eines ziemlich rücksichtslosen Machtpolitikers.

Das zeigt der Stoßseufzer der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank nur zu deutlich. Olaf Scholz hat das Vertrauen der Wählerinnnen und Wähler, die ihn als nächsten Kanzler wollen. Jetzt braucht er das Vertrauen seiner Partnerinnen und Partner in einer Regierungskoalition.

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