Kommentar: Ende eines besonderen Schuljahres

Stand: 26.06.2021 08:40 Uhr

Ein besonderes Schuljahr ist in Hamburg zu Ende gegangen, schon das zweite unter Corona-Bedingungen. Die meisten Schülerinnen und Schüler hatten monatelang keinen Unterricht in der Schule - trotzdem fanden fast alle Prüfungen statt. Andreas Gaertner kommentiert.

Mit Noten ist eigentlich gar nicht zu beschreiben, was Schülerinnen und Schüler, Eltern und auch Lehrkräfte geleistet haben: Eltern mussten ihr Leben umorganisieren, Kinder und Jugendliche zu Hause lernen - viele ohne ausreichend Technik oder Unterstützung, und das monatelang. Auch die meisten Schulbeschäftigten haben sich enorm ins Zeug gelegt, um immer neue Anweisungen von oben umzusetzen und um selbst mit der Technik klarzukommen. Alles, um ihren Schülerinnen und Schülern halbwegs gerecht zu werden. Mehr als stolz können jetzt alle sein, die trotz dieser widrigen Umstände Abschlusszeugnisse in den Händen halten!

Auch für Politik immense Herausforderungen

Und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD)? Welche Note hat er zum Schuljahresende verdient? Ich höre einige rufen: na klar, eine 6 - also ungenügend. Ich sehe das anders, bei aller Kritik. Denn auch die politisch Verantwortlichen standen vor immensen Herausforderungen. In Hamburg ist im Vergleich zu andern Bundesländern vieles besser gemacht worden. Zum Beispiel ist das Geld aus Berlin für Tablets und Laptops schneller ausgegeben worden, die Geräte sind schneller an die Schulen gekommen.

Nicht immer ist der Schulsenator schuld

Ach ja - die Schulen. Auch da gibt es Musterbeispiele und welche, die es nicht richtig auf die Reihe bekommen haben. Und nicht immer ist der Schulsenator schuld, wenn etwas schiefläuft. Wenn zum Beispiel Geräte in den Schränken bleiben, weil der digitale Unterricht in der Schule nicht gut organisiert wurde.

Neues Schuljahr mit Corona-Tests und Maskenpflicht

Zurück zum Schulsenator: Gern beruft sich Ties Rabe bei seinen Entscheidungen auf die Wissenschaft und die Absprachen mit den anderen Bundesländern - zu Recht. Allerdings, auch beim ihm ist noch Luft nach oben. Zu stur reagiert er auf die Forderungen nach Luftfiltern in allen Schulen und nach einem Bildungskongress oder Bildungsrat. Den wünschen sich in Hamburg viele, um gemeinsam nach dem besten Weg fürs kommende Schuljahr zu suchen. Denn das beginnt nach den großen Ferien erst einmal so wie das alte aufgehört hat - mit Lüftungspausen, Tests und Maskenpflicht.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 26.06.2021 | 08:40 Uhr

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