Stand: 07.11.2018 17:14 Uhr

Kokain getestet: CDU-Politiker vor Gericht

Der CDU-Bezirksabgeordnete Matthias Lloyd hatte einen ungewöhnlichen Nebenjob: der kokainsüchtige Politiker testete im vergangenen Jahr für einen Dealer die Qualität seiner Drogen. Seit Mittwoch muss sich der 39-Jährige wegen Beihilfe zum Drogenhandel vor dem Amtsgericht Harburg verantworten.

Lloyd hielt sein Gesicht unverdeckt in die Kameras. Wie er aussieht, ist ohnehin bekannt. Der Mann aus Finkenwerder sitzt für die CDU in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Er sieht aus, als habe er einen offiziellen Termin: Dunkelblauer Anzug, weißes Hemd, pastoral gefaltete Hände. Dabei sitzt er diesmal auf der Anklagebank, umringt von Drogendealern. Mit ihnen hatte der CDU-Mann gemeinsame Sache gemacht: Er hat von einem mitangeklagten Händler Kokain bekommen, um es auf seine Qualität zu testen.

Anwalt: Lloyd in Therapie

"Das Zeug ist super, oder?" fragte der Dealer bei einem Telefonat, das die Polizei abgehört hat. "Ja. Definitiv ja," habe Lloyd dazu gesagt. Sehr nasal und langsam sprechend, heißt es im Polizeiprotokoll dazu. Er sei zu der Zeit süchtig gewesen, lässt Lloyd seinen Anwalt erklären. Inzwischen sei er in Therapie.

Er ist wegen drei Fällen angeklagt, räumt allerdings nur einen ein. Der Staatsanwalt hatte zuvor angedeutet, dass er bei einem Geständnis eine Freiheitsstrafe von deutlich unter einem Jahr fordern würde.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.11.2018 | 17:00 Uhr

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