Stand: 18.02.2019 15:40 Uhr

K.o.-Tropfen: Haftstrafe für Vergewaltiger

Er hatte eine junge Frau in seine Wohnung gelockt, ihr dort K.o.-Tropfen gegeben und sich dann an ihr vergangen: Das Landgericht Hamburg hat am Montag einen 60 Jahre alten Angeklagten zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Mit Jobangebot zu sich gelockt

Die Vorwürfe der Anklage hätten sich in vollem Umfang bestätigt, sagte der Vorsitzende Richter. Über eine Kleinanzeige im Internet hatte das 19-jährige Opfer einen Gelegenheitsjob bei dem 60-jährigen Bauingenieur gefunden und war den zweiten Tag als Bürokraft bei ihm. Er bot der Frau an dem Sommertag ein Glas Orangensaft an, in das er 1,4-Butandiol gemischt hatte. Die K.o.-Tropfen machten die 19-Jährige schwach und schwindelig. Anschließend verging sich der Ingenieur zweimal an der Frau.

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Der 60-Jährige wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt (Archivfoto vom Prozessbeginn).
Einer Freundin anvertraut

Der 19-Jährigen gelang es, aus der Wohnung im Stadtteil Eimsbüttel zu flüchten. Später vertraute sie sich einer Freundin an, die mit ihr zur Polizei ging. Bei der ärztlichen Untersuchung fand man den Wirkstoff in ihrem Urin.

Im Prozess hatte der Angeklagte die Gabe des präparierten Safts zugegeben, er erklärte aber, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich gewesen seien. Das glaubte ihm das Gericht nicht. Es sprach den 60-Jährigen der schweren Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig.

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K.o.-Tropfen: Mutmaßlicher Vergewaltiger vor Gericht

Vor dem Hamburger Landgericht hat der Prozess gegen einen 59-Jährigen begonnen. Der Angeklagte soll sein 19-jähriges Opfer mit K.o.-Tropfen betäubt und missbraucht haben. (26.10.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.02.2019 | 16:00 Uhr

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