Stand: 13.01.2020 19:34 Uhr

Klimaschutz: Protest gegen Siemens in Hamburg

Klimaaktivisten demonstrieren vor der Hamburger Siemens-Niederlassung.  Foto: Christian Charisius
Bis zu 300 Menschen demonstrierten vor der Siemens-Niederlassung in Hamburg.

Hunderte Klima-Aktivisten haben vor der Hamburger Siemens-Niederlassung gegen die Entscheidung des Konzerns demonstriert, an der Lieferung einer Zugsignalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien festzuhalten. Zu der Demonstration am Berliner Tor hatte die Bewegung "Fridays for Future" am Montag kurzfristig aufgerufen. Die Polizei zählte in der Spitze rund 300 Teilnehmer.

"Historische Fehlentscheidung"

Eine Hand hält ein Schild mit der Aufschrift "Die Erde brennt und Siemens pennt". © dpa Foto: Christian Charisius
"Die Erde brennt und Siemens pennt", heißt es auf einem Protestschild der Klimaschützer.

"Der Konzern bricht sein Versprechen, bis 2030 klimaneutral zu sein, und unterstützt die Sabotage des Pariser Abkommens", sagte Jesko Hennig von "Fridays for Future" Hamburg. Kurzfristige Gewinne würden über die Interessen der Menschheit gestellt. "Fridays for Future"-Aktivistin Luisa Neubauer sprach von "einer historischen Fehlentscheidung, weil sie aus dem Jahrhundert gefallen ist". Die 23-Jährige griff Siemens-Chef Joe Kaeser scharf an, mit dem sie am Freitag noch über das umstrittene Projekt gesprochen hatte. Konzerne wie Siemens müssten anfangen, Verantwortung zu übernehmen.

Protestaktionen in mehreren deutschen Städten

Die Kundgebung in Hamburg zählte zu einer Reihe von Protestaktionen in Deutschland. In insgesamt 19 Städten war zu Demos aufgerufen worden.

Siemens-Chef Kaeser hatte zuvor per Kurznachrichtendienst Twitter verkündet, am Auftrag des Industriekonzerns Adani trotz heftiger Kritik festzuhalten. Er begründete dies unter anderem damit, dass Siemens zu seinen vertraglichen Pflichten stehen müsse.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.01.2020 | 18:30 Uhr

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