Stand: 13.09.2019 21:26 Uhr  - NDR 90,3

Kerstan legt Konzept für Fernwärme vor

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hat am Freitag sein Fernwärme-Konzept vorgestellt. Er sprach von einer "Wärmewende". Das größte und komplizierteste Energiewende-Projekt Deutschlands plane man für Hamburg, sagte der Umweltsenator. Dabei verwies er auf die CO2-Bilanz: "Das ist der größte Einzelbeitrag für die Klimaziele der Stadt. Also gut 360.000 Tonnen werden wir nur durch den Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel einsparen." Abschalten könne man das Kraftwerk 2025, hofft Kerstan.

Kosten von 750 Millionen Euro erwartet

Bis 2030 werde Hamburg Wärme sogar ohne Kohle produzieren - und das zu trotzdem zu vertretbaren Preisen. Möglich machen soll das ein sogenannter Energiepark südlich der Elbe mit einem modernen Gaskraftwerk und Wämespeichern. Gleichzeitig soll Abwärme aus Industrie und Müllverbrennung genutzt werden. Kerstan rechnet mit Gesamtkosten von 750 Millionen Euro. 550 Millionen Euro davon entfallen auf das Gaskraftwerk nebst Speicher und den Leitungen, mit denen die südlich der Elbe erzeugte Wärme in den Hamburger Westen gebracht wird. Dazu kämen weitere 200 Millionen Euro an Investitionen in Kooperation mit anderen Unternehmen, die aber zum Teil nicht von Hamburg Wärme zu tragen seien.

Fernwärmeleitung unter der Elbe notwendig

"Unser Konzept ist insofern sehr innovativ, dass 55 Prozent der Wärmeleistung jetzt durch erneuerbare und vorhandene Wärmequellen genutzt werden", sagte Kerstan. Nötig wird dazu auch eine Fernwärmeleitung unter der Elbe. Schon am Montag will Kerstan darüber mit Gegnern und Anwohner im betroffenen Stadtteil Groß Flottbek diskutieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.09.2019 | 13:00 Uhr

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