Stand: 13.09.2020 06:08 Uhr  - Hamburg Journal

Werden Heizpilze in Hamburg für Übergangszeit erlaubt?

In der Debatte um den Einsatz von sogenannten Heizpilzen in der Außengastronomie während der Corona-Zeit hat sich Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) zu Wort gemeldet. Er könne sich vorstellen, Heizpilze für eine Übergangszeit zu gestatten. "Klimapolitisch wäre das nicht wünschenswert, aber man muss mit den realen Gegebenheiten umgehen und ich könnte es für eine Übergangszeit akzeptieren", sagte er dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen. "Wir haben alle ein Interesse daran, dass die Gastronomie in unserer Stadt erhalten bleibt", betonte er.

VIDEO: Heizpilze: Gastronomen hoffen auf Erlaubnis (2 Min)

Bezirke zuständig

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan zu den Heizpilzen in Corona-Zeiten. © NDR Foto: Screenshot
Umweltsenator Kerstan hat nichts gegen den Einsatz von Heizpilzen für eine beschränkte Zeit.

Hamburgs Gastronomen möchten ihren Gästen wegen der Corona-Krise auch im Herbst und Winter Außenplätze anbieten. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte daher gefordert, das Verbot der Heizpilze für die Gastronomie zumindest bis Ende des Jahres auszusetzen. Bislang sind Heizpilze und ähnliche Geräte zur Erwärmung von Terrassen oder Außengastronomie in Hamburg im öffentlichen Raum genehmigungspflichtig. Die zuständigen Bezirke lehnen den Einsatz meistens ab, weil die Heizpilze als umweltschädlich gelten.

Kerstan: Über beschränkte Ausnahmen nachdenken

In einer Notsituation könne man darüber nachdenken, ob man Ausnahmen beschränkt zulasse, so Kerstan. "Von Seiten der Umweltbehörde gibt es da keine Vorgaben. Das sind Themen, die die Gastronomen mit dem jeweiligen Bezirksamt besprechen müssen", so Kerstan. Er regte an, den Gastronomen, die auf Heizpilze verzichten - und stattdessen beispielsweise Decken anbieten - finanziell entgegenzukommen.

Widerstand in den Bezirken

In den Bezirksversammlungen Wandsbek und Hamburg-Nord scheiterten Anträge der CDU für die Erlaubnis von Heizpilzen unter anderem am Widerstand der Grünen. Die Grünen in Hamburg-Nord unterstützen zwar, dass Wirte ihre Außenflächen gebührenfrei den ganzen Winter durch nutzen dürfen, sind aber gegen Heizanlagen. Auch Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz (Grüne) hat sich dagegen ausgesprochen. Allerdings will er sich laut einer Sprecherin des Bezirks nicht querstellen, falls der Senat eine Regelung für ganz Hamburg vorgibt.

Einheitliche Lösung erwartet

Auf eine solche Entscheidung von Bezirkssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) wartet auch der Bezirk Hamburg-Mitte. Dort hatte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) direkt nach dem Wunsch aus der Gastronomie eine einheitliche Lösung für die ganze Stadt gefordert. Im Bezirk Altona fordert die FDP elektrische Heizgeräte zu erlauben und bei Gas-Heizpilzen eine CO2-Abgabe zu erheben.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.09.2020 | 19:30 Uhr

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