Stand: 03.03.2020 20:25 Uhr

Keine IAA in Hamburg: München bekommt Automesse

Blick auf den Hamburger Fernsehturm sowie die Messehallen mit dem Messegelände. © dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Auf dem Hamburger Messegelände findet die Internationale Automobilausstellung nun nicht statt.

München hat den Zuschlag für die Internationale Automobilausstellung (IAA) im Jahr 2021 erhalten. Das hat der Branchenverband VDA am Dienstag in Berlin entschieden. Damit gehen Hamburg und Berlin leer aus, die ebenfalls in der Endauswahl waren. Fast 70 Jahre lang war Frankfurt am Main die Bühne für die Internationale Automobilausstellung (IAA).

Senator nimmt Niederlage sportlich

Hamburgs Wirtschafts- und Verkehrssenator nahm die Niederlage sportlich: "Hamburg ist im Bereich der Mobilität die innovativste Stadt Deutschlands. Auch wenn wir die IAA nicht ausrichten, werden wir unsere Mobilitätsprojekte vorantreiben und weiterhin Impulsgeber für die Mobilität der Zukunft sein", teilte Michael Westhagemann (parteilos) mit. "Mit dem Weltkongress für Intelligente Transportsysteme (ITS) im Oktober 2021 wird Hamburg zu einer internationalen Mobilitätshauptstadt werden."

Beim ITS Weltkongress vom 11. bis 15. Oktober 2021 will Hamburg die Mobilität der Zukunft zeigen, darunter autonomes Fahren im Straßenverkehr und bei der Bahn, vernetzte Verkehrssteuerung auf Straße und Schiene sowie weitere digitale Dienste wie Paketstationen in Bahnhöfen. ITS steht für Intelligente Transportsysteme. Zur Vorbereitung des Kongresses laufen bereits rund 130 Projekte. Das Bundesverkehrsministerium hat der Hansestadt 3,5 Millionen Euro für die Vorbereitung und die Durchführung des Weltkongresses zugesagt, zu dem mehr als 12.000 Teilnehmer erwartet werden.

Messe-Chef bedauert Entscheidung

Messe-Chef Bernd Aufderheide machte kein Geheimnis daraus, dass er die IAA gerne in seinen Messehallen und auf dem Heiligengeistfeld als Außengelände begrüßt hätte. Gänzlich umsonst sei die Bewerbung aber nicht gewesen. Es sei ein aufwendiger Bewerbungsprozess gewesen, aus dem Hamburg-Messe "in vielerlei Hinsicht hinzugelernt" habe. Einiges davon lasse sich auch in anderen Zusammenhängen nutzen. Im Hamburg-Journal des NDR sagte Aufderheide, möglicherweise habe es am Hamburger Flughafen gelegen. Der bietet nicht so viele internationale Verbindungen wie der Münchener. Für die Aussteller und Besucher ist die bayerische Landeshauptstadt so sehr viel besser erreichbar. Der Automobil Verband begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass München eine Reihe attraktiver Flächen in der Stadt für dezentrale IAA-Veranstaltungen eingeplant habe. Die sollen über Routen miteinander verbunden werden, auf denen umweltfreundliche Fahrzeuge Vorrang bekommen.

Hamburg rechnete sich gute Chancen aus

Hamburg, Berlin und München waren in den vergangenen Wochen mehrfach beim VDA in Berlin angetreten, um ihre Konzepte im Detail zu erläutern - und Vertreterinnen und Vertreter des Verbandes reisten auch nach München und Hamburg, um sich die Möglichkeiten vor Ort anzusehen.

Am vergangenen Mittwoch guckte sich eine VDA-Delegation die Hamburger Messehallen und das Heiligengeistfeld an. Es sei ein "super Tag" gewesen, sagte Messechef Bernd Aufderheide anschließend zu NDR 90,3. Es sei gelungen, der Delegation zu vermitteln, was in Hamburg in Sachen moderner Mobilität schon Realität ist. Da die IAA von der reinen Auto- zu einer Mobilitätsmesse werden soll, sei das von Gewicht, so Aufderheide.

Ursprünglich war geplant, auf dem Genfer Autosalon in dieser Woche den Beschluss bekannt zu geben. Aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus war die Veranstaltung jedoch abgesagt worden. In Frankfurt waren zuletzt im vergangenen Jahr nur noch 560.000 Besucher gekommen - etwa die Hälfte der Zahlen aus den besten Zeiten.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.03.2020 | 19:30 Uhr

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