Stand: 11.06.2019 14:09 Uhr

Katholische Schulen: Erzbistum bittet um Hilfe

Das katholische Erzbistum bittet die Hamburger um Hilfe für die beiden katholischen Schulen in Harburg und Barmbek. Nötig seien Spenden und Kooperationspartner, um die beiden Schulen zu erhalten, sagte Erzbischof Stefan Heße. Das Erzbistum allein könne die Schulen nicht retten, sagte Heße. "Deswegen führen wir Gespräche mit potenziellen externen Kooperationspartnern. Und diese Gespräche führen zumindest für einen der beiden Standorte zu vielversprechenden Lösungen." In der Hamburger Innenstadt demonstrierten am Dienstag derweil Dutzende Schüler für den Erhalt der Katholischen Schule Harburg.

Protestierende

Schüler kämpfen für Erhalt katholischer Schulen

Hamburg Journal -

Das verschuldete Erzbistum schließt im Sommer sechs katholische Schulen. Zwei können noch gerettet werden - wenn bis Ende des Jahres genügend Spenden zusammenkommen.

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Sparkurs: Schulen nur der Anfang

In den kommenden Tagen beginnt außerdem eine Spendenkampagne. So will das Erzbistum nach eigenen Angaben auch künftig bei anderen Projekten die sinkenden Kirchensteuer-Einnahmen ausgleichen. Denn die Schulen sind erst der Anfang des radikalen Sparkurses. Alles komme auf den Prüfstand, wiederholte der Erzbischof am Dienstag - auch Krankenhäuser und Immobilien.

Wie sieht die schlankere Kirche aus?

Von den 40 Kirchen allein in Hamburg werden einige, wahrscheinlich sogar etliche geschlossen. Zurzeit überlegt man, wie die schlankere Kirche künftig aussehen soll. Spätestens Anfang nächsten Jahres soll klar sein, welche Hamburger Kirchengemeinden eine Zukunft haben.

Mindestens sechs Schulen werden geschlossen

Mindestens sechs von 21 katholischen Schulen in Hamburg sollen früheren Angaben zufolge geschlossen werden. Dabei handelt es sich um die Domschule St. Marien St. Georg (Schließung mit Wirkung vom 31. Juli 2023), die Katholische Schule Altona (31. Juli 2023), die Katholische Schule St. Marien Eulenstraße in Ottensen (31. Juli 2021), die Katholische Franz-von-Assisi-Schule in Barmbek-Nord (31. Juli 2023), die Katholische Schule Neugraben (31. Juli 2023) und das Niels-Stensen-Gymnasium in Harburg (31. Juli 2025). Bei zwei Schulen steht die Entscheidung noch aus: Bei der Katholischen Sophienschule Elsastraße (Barmbek-Süd) und der Katholischen Schule Harburg.

Erzbistum in Geldnöten

Dem Erzbistum Hamburg sieht aufgrund "erheblicher finanziellen Belastungen keine ausreichenden finanziellen Mittel" mehr, um die Schulen baulich in Schuss zu halten und die alljährlichen Subventionen für den laufenden Betrieb zu leisten. Das Erzbistum ist mit knapp 80 Millionen Euro überschuldet. Nach einem Bericht der Unternehmensberatung Ernst & Young würde die Summe bis 2021 auf bis zu 350 Millionen Euro anwachsen, falls nicht umgesteuert wird. Das Erzbistum unterhält in Hamburg bislang 18 Grund- und Stadtteilschulen sowie drei Gymnasien mit insgesamt rund 9.000 Schülern. Es ist damit der größte private Schulträger in Hamburg.

Weitere Informationen

Erzbistum: Schließung von sechs Schulen

Jetzt ist es amtlich: Das Erzbistum Hamburg hat in seinem Amtsblatt die Schließung von sechs katholischen Schulen in Hamburg angekündigt. Bei zwei Schulen steht die Entscheidung noch aus. (22.05.2019) mehr

Das Erzbistum Hamburg schrumpft deutlich

Die Zahl soll sich fast halbieren: Die katholische Kirche in Hamburg rechnet damit, dass sie in den nächsten 40 Jahren rund 40 Prozent ihrer jetzt noch 400.000 Mitglieder im Erzbistum verliert. (03.05.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.06.2019 | 17:00 Uhr

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