Schild einer Notfallpraxis eines Corona-Testzentrums.

Kassenärzte: Notfallpraxen sollen Patienten getrennt behandeln

Stand: 01.12.2020 15:18 Uhr

Die beiden Hamburger Notfallpraxen in Altona und Farmsen sollen nach dem Willen der Kassenärztlichen Vereinigung nur noch Patientinnen und Patienten mit dem Verdacht auf Corona oder eine andere Atemwegsinfektion behandeln.

Alle übrigen Notfallpatienten sollten sich an die Notfallpraxen im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, im Asklepios Klinikum Harburg oder im Krankenhaus Reinbek wenden, wie der Vorstandstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Werner Plassmann, am Dienstag sagte.

Immer längere Warteschlangen

Mit Beginn der kalten Jahreszeit seien die Warteschlangen vor den beiden Notfallpraxen in Altona und Farmsen immer länger geworden. "Wegen der hohen medialen Aufmerksamkeit für die Corona-Infektionen geht ein wenig unter, dass die Notfallpraxen auch weiterhin viele Patienten mit anderen Erkrankungen behandeln", erklärte Plassmann. Es müsse verhindert werden, dass infizierte und nicht infizierte Patienten zusammenkämen.

Wer den Verdacht auf eine Corona-Erkrankung, aber keinen Hausarzt habe, könne sich auch über den Arztruf 116117 einen Termin geben lassen. Die Terminvereinbarung sei jetzt auch online über die Internetseite www.116117.de und über die App 116117.app möglich, erklärte Plassmann. Die Terminservicestelle könne auch Wünsche der Patienten berücksichtigen. Bislang machten rund 70 Hamburger Hausärzte bei dem Angebot mit.

"Ton ist rauer geworden"

Nicht nur die langen Warteschlangen vor den Notfallpraxen beeinträchtigen die Atmosphäre zwischen dem Personal und den Patientinnen und Patienten. "Der Ton ist rauer geworden", sagte Plassmann. Die Anspruchshaltung der Menschen sei gewachsen und die Art und Weise, wie das eingefordert werde, überschreite manchmal die Grenze des Hinnehmbaren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.12.2020 | 14:00 Uhr

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