Stand: 11.05.2020 13:54 Uhr

Kammern fordern Konjunkturprogramm für den Norden

Die Unternehmerin und Präses der Bremer Handelskammer, Janina Marahrens-Hashagen, lächelt während eines Fototermins. © picture alliance/--/Handelskammer Bremen /dpa Foto: Handelskammer Bremen
Janina Marahrens-Hashagen (Archiv-Foto) ist Vorsitzende der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen.

Die norddeutschen Handelskammern haben am Montag ein Strategiepapier zur Bewältigung der Corona-Krise vorgestellt. Norddeutschland sei von den Folgen besonders hart betroffen und brauche ein eigenes angepasstes Konjunktur- und Aufbauprogramm, sagte Janina Marahrens-Hashagen, Vorsitzende der IHK Nord bei einer Online-Konferenz.

Einem Fünftel droht die Pleite

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung werde in den fünf Küstenländern um etwa 20 Prozent höher ausfallen als im übrigen Bundesgebiet. Einem Fünftel der Firmen im Norden drohe die Pleite. Das liege an der Struktur der norddeutschen Wirtschaft, die besonders viele schwer betroffene Branchen aufweise wie den Außenhandel, Häfen und Logistik, den Tourismus und den Schiffbau.

Deshalb müsse Schluss sein mit pauschalen Stilllegungen, forderte die IHK Nord, die zwölf norddeutsche Industrie- und Handelskammern vertritt. Es solle ein norddeutsches Konjunktur- und Maßnahmenpaket geben. Soforthilfen müssten verlängert, Bürokratie abgebaut und Planungen vereinfacht werden, um Unternehmen zu entlasten. Zunächst gelte es, das Überleben der Unternehmen zu sichern. Dann müssten sie, auch mit Einsatz öffentlicher Mittel, über die Zeit gebracht werden, bis sie wieder einen eigenen Beitrag zur Wertschöpfung leisten könnten.

Grüner Wasserstoff als Konjunkturprogramm?

Die Kammern schlugen gemeinsame Initiativen für den Tourismus und zum Durchbruch der Wasserstoff-Technologie vor. Grüner Wasserstoff sei eine historische Chance für den Norden - als klimafreundliches Konjunkturprogramm während und nach der Corona-Krise. Außerdem solle es klare Hygieneregeln für einzelne Unternehmen oder Branchen geben.

Weitere Informationen
Polizisten bringen ein Schild in Salzgitter an. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Corona-News-Ticker: Viele Hochinzidenz-Gebiete in Niedersachsen

31 der 45 Landkreise und Städte übertreffen die Marke von 100. Salzgitter und Vechta liegen sogar über 300. Mehr Corona-News im Ticker. mehr

Gebäude der Handelskammer Hamburg von außen.

Handelskammer: Corona-Krise trifft Hamburgs Wirtschaft schwer

Mehr als 75 Prozent der Hamburger Unternehmen rechnen wegen der Corona-Krise in diesem Jahr mit deutlichen Umsatzeinbußen. Das geht aus einer Umfrage der Handelskammer hervor. (29.05.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.05.2020 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Eine Frau sitzt im Frauenhaus auf einem Bett © dpa / picture alliance Foto: Maja Hitij

Häusliche Gewalt in Hamburg: Weniger Frauen suchten Schutz

Die Anfragen in den Frauenhäusern gingen im Corona-Jahr 2020 leicht zurück. Gleichzeitig registrierte die Polizei mehr Gewaltopfer. mehr