Stand: 23.05.2019 07:34 Uhr

Justizbehörde will Freigänger stärker überprüfen

Der Hamburger Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Jan Reinecke, hatte vor einigen Wochen im "Hamburger Abendblatt" schwere Vorwürfe gegenüber der Justizbehörde erhoben: Freigänger der Haftanstalt Glasmoor machten draußen Drogengeschäfte. Glasmoor sei geradezu Kontaktbörse und Weiterbildungsort für Dealer. Die Justizbehörde hat nun reagiert: Man überprüfe die Vollzugslockerungen sowieso ständig. Aber jetzt soll es doch einige Veränderungen geben: Bei Drogenkriminellen und Mitgliedern organisierter Banden entscheiden künftig die Anstaltsleitungen mit über Vollzugslockerungen.

Justizbehörde bittet um Datenaustausch

Außerdem hat die Justizbehörde um systematischen Datenaustausch mit der Innenbehörde gebeten. Polizeiliche Erkenntnisse würden nun regelhaft vor der Vollzugslockerung abgefragt. Für Justizsenator Till Steffen (Grüne) bleibt der offene Vollzug trotz einiger Fälle des Missbrauchs ein Erfolgsmodell. Die Rückfallquoten sind hier niedriger. In diesem Jahr gab es laut Justizbehörde vier Fälle, bei denen Freigänger sich als Dealer betätigten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.05.2019 | 07:00 Uhr

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