Stand: 08.11.2019 07:23 Uhr

Initiative will Mönckebergstraße ohne Busse

Die Mönckebergstraße in Hamburg soll nach dem Willen einer Innenstadt-Initiative vom Busverkehr befreit werden. "Wenn die vielen Stadtbusse in andere Bereiche verlegt würden, entstünde Raum für neue Fußgängerbereiche, Grünflächen sowie Außengastronomie", erklärte Brigitte Engler vom City Management. Durch täglich mehr als 1.100 Linienbusse, Lieferverkehr und Taxis sei unbeschwertes Flanieren und Verweilen häufig nicht mehr möglich.

Busse fahren durch die Mönkebergstraße.

Wird die Mönckebergstraße zur busfreien Zone?

Hamburg Journal -

Wenn es nach dem Willen des City Managements und der Einzelhändler geht, soll die Mönckebergstraße künftig zur reinen Flaniermeile werden - ohne Busse. Wie kommt die Idee an?

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U3-Bauarbeiten als Anlass für neues Konzept?

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Zahlreiche Buslinien fahren derzeit durch die Mönckebergstraße.

"Der Beginn der Bauarbeiten an der U-Bahn-Linie 3 ist ein guter Anlass, um ein neues Konzept des Busbetriebs in der Innenstadt zu probieren", ergänzte Heinrich Grüter vom Trägerverbund Innenstadt. Eine mit alternativer Energie betriebene Bus-Ringlinie sollte nach den Vorstellungen der Initiative die Innenstadt erschließen. Auch die parallel verlaufende Steinstraße sei als Anlaufpunkt für einzelne Buslinien denkbar. Die detaillierten Planungen für eine Verlegung müsste die Hochbahn als ihr Betreiber übernehmen.

Hochbahn zurückhaltend

Das Verkehrsunternehmen hält sich allerdings noch bedeckt: Die Mönckebergstraße mit ihrer Vielzahl an Einkaufsmöglichkeiten und Gesundheitseinrichtungen sei ein wichtiges Ziel für Fahrgäste, gerade auch "für Ältere und Mobilitätseingeschränkte". Deshalb führen dort wichtige Buslinien, teilte eine Sprecherin mit.

Grüne erfreut über Initiative

Dagegen freuten sich Hamburgs Grüne über den Vorstoß. Sie sind für eine Ausweitung der Fußgängerzonen. Es komme Bewegung in die Diskussion um eine Belebung der Innenstadt, meinte Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks. Skeptischer ist die SPD. Fraktionschef Dirk Kienscherf sagte, ohne Busse sei die Mönckebergstraße während des U3-Umbaus monatelang durch kein öffentliches Verkehrsmittel angebunden. Trotzdem begrüße auch die SPD, wenn testweise weniger Busse durch die "Mö" rollen.

Umfassende Sanierung der U3

Der U3-Abschnitt von Mönckebergstraße bis Rödingsmarkt soll umfassend saniert werden. Die Umbauten sollen Anfang 2020 beginnen und voraussichtlich zwei Jahre dauern. Der Schienenverkehr muss auf dem Streckenabschnitt voraussichtlich von Herbst 2020 an für gut ein Jahr stillgelegt werden, Fahrgäste müssen dann auf andere U-Bahn-Linien, Busse oder die S-Bahn ausweichen.

Der Initiative ist es wichtig, dass durch ihren Vorstoß die Bauarbeiten zeitlich erheblich verkürzt werden. Ihr haben sich eine Kontorhausverwaltung, der Business improvement District (BID) Mönckebergstraße sowie Einzelhändler angeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.11.2019 | 07:00 Uhr

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