Stand: 01.08.2020 14:40 Uhr  - NDR 90,3

Initiative kämpft für wilden Wald in Wilhelmsburg

Seit rund 60 Jahren wächst in Hamburg-Wilhelmsburg hinter dem Ernst-August-Kanal in Richtung Dove-Elbe ungestört ein Wald. Doch bald soll der Wildwuchs Wohnungen weichen. Verhindern will das die Bürgerinitiative "Der wilde Wald bleibt". Ihre Mitglieder haben am Sonnabend im Bezirksamt Mitte Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Grünzuges überreicht.

Bürgerinitiative sammelt Unterschriften

Gut 6.200 Unterschriften muss die Initiative vorlegen, damit sich die Bezirksversammlung Mitte noch einmal mit der dafür vorgesehenen Rodung des 60 Jahre alten Waldes beschäftigt. Das sind drei Prozent aller Wahlberechtigten im Bezirk. Wahrscheinlich reichen die gesammelten Unterschriften nicht, um diese rechtliche Hürde zu nehmen, sagte Sigrun Clausen von der Bürgerinitiative.

Obwohl die Frist wegen der Corona-Pandemie zwischendurch ausgesetzt wurde, seien die Bedingungen für das Sammeln der Unterschriften zuletzt eben schlecht gewesen. Fußgängerzonen waren leer und große Veranstaltungen fanden nicht statt. Die Initiative hofft, dass der Bezirk dennoch den Unmut der Bürgerinnen und Bürger wahrnimmt und das Projekt überdenkt.

Nachverdichtung in Wilhelmsburg kritisiert

Hintergrund ist die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße und der Neubau des Spreehafenviertels südlich der Elbe: Im Zuge der Arbeiten sollen etliche Bäume gefällt werden. Das etwa drei Hektar große Waldstück zwischen der Harburger Chaussee und dem Honartsdeicher Weg soll rund 1.100 Wohnungen weichen.

Die Nachverdichtung in Wilhelmsburg sei aber sowieso schon extrem und der wilde Wald das einzige grüne Erholungsgebiet in dem Areal, so die Initiative. Naturschutz und Wohnungsbau dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.08.2020 | 09:00 Uhr

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