Sperrung auf der Sievekingsallee nach einem schweren Autounfall. © TeleNewsNetwork Foto: Screenshot

Illegales Autorennen? Unfallfahrern drohen zehn Jahre Haft

Stand: 21.10.2020 14:58 Uhr

Zwei Autos hatten bei Tempo 100 auf der Sievekingsallee in Hamburg-Horn einen Unfall gebaut. Ein Mitfahrer kam dabei ums Leben. War es ein illegales Rennen?

Die 23 und 20 Jahre alten Fahrer müssen sich seit Mittwoch vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Ihnen wird ein verbotenes Fahrzeugrennen mit Todesfolge vorgeworfen - ihnen drohen jeweils bis zu zehn Jahre Haft. Sie hatten die beiden Autos gesteuert, die in der Nacht zum 13. Oktober 2019 bei einem Überholversuch seitlich zusammengeprallt waren.

BMW prallt gegen Baum

Der beteiligte Audi war gegen zehn parkende Autos geschleudert und mit dem Heck eines vorausfahrenden Autos kollidiert. Der überholende BMW des 23-Jährigen stieß gegen einen auf einer Mittelinsel stehenden Baum. Insgesamt wurden sechs Menschen verletzt, ein 21 Jahre alter Beifahrer so schwer, dass er Tage später starb.

Kein Rennen, sondern ein Unglück?

Glaubt man den Aussagen des 23-Jährigen, war der Unfall ein reines Unglück. Sie wären kein Rennen gefahren, beteuerte er. Er mache sich gar nichts aus Tempo, sagte der Mann, der wegen Geschwindigkeitsüberschreitung vorbestraft ist. Der 21-Jährige, der bei dem Unfall ums Leben kam, war sein Cousin. Die beiden seien zusammen aufgewachsen und hätten ihr Leben "wie Brüder " miteinander verbracht, so der Angeklagte. Mit dem Familienfrieden ist es vorbei: Die Eltern des Getöteten sind Nebenkläger im Prozess.

Die Autos sollen mit Geschwindigkeiten von bis zu 104 und 93 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Der Schäden an den anderen Fahrzeugen summiert sich auf 135.000 Euro.

Weitere Informationen
Eine Angeklagte muss wegen eines Autorennens vor dem Landgericht Harburg erscheinen. © NDR Foto: Elke Spanner

Mit 150 durch die Stadt: Geldstrafe für Autorennen

Mit Tempo 150 durch die Stadt: Eine 36-Jährige ist für ein illegales Autorennen im Hamburger Süden zu einer Geldstrafe von 1.100 Euro und sieben Monate Führerscheinentzug verurteilt worden. (10.02.2020) mehr

Das Hamburger Landgericht. © picture alliance/dpa Foto: Bodo Marks

Autorennen: Gericht erhöht Geldstrafe für Raser

Ein Autorennen um einen Stoff-Teddy hat sich eine 31-Jährige mit einem anderen Autofahrer mitten durch Hamburg geliefert. Beide wurden jetzt zu Geldstrafen verurteilt. (27.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.10.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bei der Vorstellung der Steuerschätzung.

Steuerschätzung: Corona trifft Hamburg besonders hart

Allerdings ist das Corona-Loch bei den Hamburger Steuereinnahmen geringer als erwartet, meint Finanzsenator Dressel. mehr

Viren schweben vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia,photocase Foto: rclassen

392 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

In den Krankenhäusern der Hansestadt liegen 90 Corona-Patienten auf Intensivstationen. mehr

Auf einer Anzeigentafel in Hamburg steht während des Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Hinweis "Aktuell kein Bus- und U-Bahn Verkehr". © picture alliance / dpa Foto: Bodo Marks

Ver.di kündigt weiteren Warnstreik bei Bussen und Bahnen an

Ver.di hat einen weiteren Warnstreik angekündigt: Diesmal sind Bus- und Bahnkunden am Sonnabend betroffen. mehr

Ein Wachturm der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel. © picture alliance / dpa Foto: Axel Heimken

Garnelen hinter Gittern: Verliert Justizbeamter seinen Job?

Ein Insasse hatte es kulinarisch krachen lassen - offenbar mit Hilfe eines Justizbeamten. Das hat ein Nachspiel vor Gericht. mehr