Stand: 14.05.2018 20:31 Uhr

Hunderte beteiligen sich am "Kippa-Tag"

Als ein Zeichen gegen Antisemitismus in Deutschland haben sich am Montagabend im Hamburger Grindelviertel Hunderte Menschen zum "Kippa-Tag" versammelt. "Wir wollten keine laute Protestaktion machen, sondern ein Fest des miteinander", sagte Georg Büsch, einer der Organisatoren. Die Veranstalter sprachen von knapp 400 Teilnehmern, die Polizei von rund 100. Ein Großteil der Besucher setzte sich eine Kippa auf. Schauspieler der Hamburger Kammerspiele trugen als Überraschungsakt auf dem Joseph-Carlebach-Platz Passagen aus Nathan der Weise vor.

Ähnliche Aktionen gab es vor zwei Wochen bereits in Berlin und anderen Städten. Hintergrund waren anti-jüdische Vorfälle in der Hauptstadt. In Hamburg sind keine ähnlichen Vorfälle bekannt.

"Unser aller Verantwortung"

Der Hamburger Propst Karl-Heinrich Melze sagte im Beisein von Landesrabbiner Shlomo Bistritzky, Gleichgültigkeit sei keine Option. Daniel Abdin von der islamischen Schura sprach von "unser aller Verantwortung, gegen jegliche Art von Diskriminierung, gegen Antisemitismus" einzutreten.

Das Klima gegenüber Juden in Deutschland habe sich deutlich verschlechtert, kritisierten zuletzt Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) und Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU). Im April hatten antisemitische Übergriffe in Berlin deutschlandweit Empörung ausgelöst. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, riet jüdischen Mitbürgern deswegen wiederholt davon ab, sich öffentlich mit Kippa zu zeigen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.05.2018 | 19:30 Uhr

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