Homeoffice: Abnehmen mit gesunder Ernährung

Stand: 29.01.2021 06:52 Uhr

Viele Menschen haben während der Conona-Pandemie zugenommen. Kathrin Vergin, Ernährungsberaterin aus Wandsbek, gibt Tipps zum Abnehmen.

Nach der Erfahrung von Vergin legen die Menschen im Homeoffice etwa drei bis vier Kilogramm Körpergewicht zu. Für viele sei es schwierig, die zusätzlichen Pfunde wieder loszuwerden. "Ohne Bewegung und Sport ist das kaum möglich", fügt sie hinzu. Bei ihren Patientinnen und Patienten beobachtet die Ernährungsberaterin zudem, dass die Motivation sich zu bewegen sinkt, da Fitnessstudios und Sportvereine derzeit geschlossen sind.

Ernährungs-Sünden im Homeoffice

Jemand arbeitet zu Hause an einem Laptop © picture alliance Foto: Andreas Franke
Im Homeoffice kommen Bewegung und gesunde Ernährung häufig zu kurz.

Im Homeoffice kann Essen schnell zum Dauerzustand werden: "Während der täglichen Telefon-Meetings mal schnell zum Kühlschrank gehen oder die Schublade mit den Süßigkeiten öffnen, das kann zur Angewohnheit werden", so Vergin. Und dann gibt es noch einen zweiten Typus: "Der sagt, bis zum Mittag klappt das mit dem gesund Kochen relativ gut. Aber zum Abend hin nimmt die Willensstärke ab." Sitzt man dann auf dem Sofa, kommen doch wieder die Süßigkeiten ins Spiel. So nehmen die Menschen abends oft mehr Kalorien zu sich als tagsüber.

Hunger und Appetit

"Jedem ist klar, dass Hunger rein physisch ist, der Magen knurrt," sagt die Ernährungsberaterin. "Der Appetit dagegen ist das, was im Kopf passiert." Soweit die Theorie. "Aber wenn man jeden Tag fünf Mahlzeiten zu sich nimmt und zwischendurch immer snackt, hat der Magen nie das Gefühl, leer zu sein. Und damit verschwindet dann auch irgendwann das Hungergefühl." Übrig bleibt der Appetit. Als Dauerzustand.

Verhaltensmuster ändern

"Es gibt den Genussmenschen und den, der Essen überwiegend als Nahrungsaufnahme sieht", erklärt Vergin. Dem sei das Essen erstmal gar nicht so wichtig. Und damit auch nicht so schwer, darauf zu verzichten. Vieles ist aber auch gelernt: Ein Mensch im Alter zwischen 45 und 50 Jahren, nähme in dieser Zeit bis zu 35.000 Mahlzeiten zu sich. "Und wenn die Mama immer gesagt hat, 'du musst das aufessen, weil es sonst regnet', können wir heute nichts mehr liegen lassen." So entstehe ein Automatismus.

Neues Essverhalten lernen

Die Ernährungsberaterin hält nichts von Crash-Kursen. Etwa in drei Wochen fünf oder zehn Kilogramm abzunehmen. Ein erster Schritt könne sein, das eigene Essverhalten und die Muster dahinter aufzuschreiben und sich diese bewusst zu machen. Um einen "Puffer zwischen Emotion und Reaktion einzubauen." Sie berichtet von einer Patientin, die jede Tafel Schokolade zu Hause aufessen musste. Komplett. Erster Versuch: keine Schokolade mehr kaufen. "Spätestens aber, wenn man irgendwo eingeladen ist oder mit Hunger in den Supermarkt geht, geht das meistens in die Hose." Die Empfehlung der Ernährungsberaterin: "Du machst dir abends einen kleinen Teller mit Schokoladenstückchen. Und dann zelebrierst du es auch." Für Kathrin Vergin geht es nicht ums Verbieten, sondern darum, die emotionale Fremdsteuerung zu durchbrechen und dem Essen wieder den richtigen Stellenwert zu geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 29.01.2021 | 12:13 Uhr

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