Stand: 15.12.2017 12:45 Uhr

Heße stimmt Katholiken auf Kahlschlag ein

Die katholische Kirche steht in Hamburg vor massiven Einschnitten. Mehrere Kirchengebäude und auch katholische Schulen müssen wahrscheinlich geschlossen werden. Erzbischof Stefan Heße sagte am Freitag im Gespräch mit NDR 90,3, dass in den kommenden sechs Monaten der Sanierungsfahrplan erstellt werden soll.

Stefan Heße © dpa Fotograf: Horst Galuschka

Erzbischof Heße: "Die Lage ist desaströs"

NDR 90,3 - Abendjournal -

Das katholische Erzbistum vor einem Kahlschlag: Kirchen müssen wohl aufgegeben und Schulen geschlossen werden. Erzbischof Stefan Heße erklärt, was auf die Katholiken in Hamburg zukommt.

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"Es geht ans Eingemachte"

Das Erzbistum hat jahrelang über seine Verhältnisse gelebt. Die Situation sei härter als angenommen, sagte Erzbischof Heße. "Die Lage ist so desaströs, dass keiner sich zurücklehnen und sagen kann, an ihm gehe das vorbei. Es werden alle betroffen sein. Und ich glaube, es wird nicht nur eine oberflächliche Kurskorrektur sein, sondern es wird ans Eingemachte gehen."

Kirchengebäude und Schulen vor der Schließung

Die Wirtschaftsprüfer der Unternehmensberatung Ernst & Young schlagen vor, sich von etwa der Hälfte aller Kirchengebäude zu trennen. In Hamburg könnten fünf bis acht von insgesamt 21 katholischen Schulen geschlossen werden. Entschieden sei noch nichts, sagte Heße. In den kommenden sechs Monaten sollen die betroffenen Standorte bekannt gegeben werden.

Heße wünscht sich Finanzausgleich

Heße stimmt die Katholiken in Hamburg auf einen Kahlschlag ein: "Es gibt auch viele Ortskirchen, die kein Bildungshaus und keine Schule haben. Die haben all das nicht und sind trotzdem Kirche. Ich glaube, wir können mit viel weniger auch Kirche sein." Trotzdem wünscht sich Heße mittelfristig mehr finanzielle Hilfe von reicheren Bistümern - eine Art Bistumsfinanzausgleich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.12.2017 | 13:00 Uhr

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