Stand: 08.06.2019 20:34 Uhr

Havarie auf der Elbe: "No. 5 Elbe" gesunken

Der Lotsenschoner "No. 5 Elbe" ist auf Höhe Stadersand mit einem Containerschiff kollidiert und gesunken. Das bestätigte die Feuerwehr Stade NDR 90,3 am Sonnabend. Sieben Menschen seien demnach verletzt und in Krankenhäuser gebracht worden, niemand schwebt in Lebensgefahr. Den Angaben zufolge war das Schiff auf einer Gästefahrt mit 43 Passagieren unterwegs. Laut Polizei kam es dann gegen 14.30 Uhr zu dem Unfall mit dem 141 Meter langen Containerschiff "Astrosprinter", das unter zypriotischer Flagge in Richtung Nordsee unterwegs war. Der Lotsenschoner war gerade erst aufwendig saniert worden und Ende Mai nach Hamburg zurückgekehrt.

DLRG und Feuerwehr waren zufällig vor Ort

Laut Stader Polizeisprecher Stefan Braun haben die Passagiere Glück im Unglück gehabt: DLRG und Feuerwehr waren schon vor Ort, weil sie kurz vorher zu einem anderen Einsatz gerufen worden waren.

Sie haben die Kollision beobachtet und konnten sofort reagieren. Normalerweise braucht die Wasserrettung rund 15 Minuten zum Einsatzort. Die Passagiere an Bord des Segelschiffes wurden von der Stader Feuerwehr und den weiteren Helfern in Sicherheit gebracht. Der historische Schoner konnte nicht mehr zum Ufer geschleppt werden. Er sank im Mündungsbereich des Flusses Schwinge.

Feuerwehr hat Schiff mit Stahlseilen gesichert

Die "No. 5 Elbe" liegt nun auf Grund, nur noch die Oberkante der Steuerbord-Bordwand und die Masten ragen aus dem Wasser. Die Feuerwehr hat das Denkmalschiff vorerst mit Stahlseilen an Land gesichert, damit es nicht tiefer in die Elbe abrutscht.

Bergung über Land oder mit Schwimmkran

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Die "No.5 Elbe" sank im Mündungsbereich des Flusses Schwinge.

Bettina Gätje vom Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Hamburg sagte dem NDR, die Eigentümer der "No. 5 Elbe" würden nun aufgefordert, ein Konzept für die Bergung vorzulegen. Man müsse dann entscheiden, ob es landseitig oder mit einem Schwimmkran geborgen wird. Wegen des Pfingstwochenendes werde das Schiff aber wohl noch bis Mittwoch in dem Fluss liegen. Damit niemand dagegenfahre, soll es nachts beleuchtet werden.

Polizei ermittelt Unfallhergang

Das Containerschiff habe durch die Kollision so gut wie keine Schäden davongetragen, erklärte Gätje. Da Frachter in der Größe mehrere Kilometer Bremsweg haben, war das Schiff weitergefahren. Laut Havariekommando fuhr die Wasserschutzpolizei ihm mit der "Bürgermeister Brauer" entgegen. In Brunsbüttel ist die Polizei dann an Bord gegangen, um den Unfallhergang zu ermitteln.

Schiff mit bewegter Geschichte

Der Lotsenschoner "No. 5 Elbe" hat eine äußerst bewegte und bewegende Geschichte. Gebaut 1883 bei der Stülcken-Werft in Hamburg, diente das Schiff mehrere Jahrzehnte dazu, Lotsen in der Nordsee an Bord der einlaufenden Schiffe zu bringen - und wieder zurück. Nach der Außerdienststellung wurde die "No. 5 Elbe" in den 1920er-Jahren in die USA verkauft, diente dem Autor und Abenteurer Warwick Tompkins und seiner Familie als schwimmendes Zuhause. Seit 2002 war der Lotsenschoner wieder in Deutschland und nahm bei Tagestörns auch Gäste mit an Bord.

"No. 5 Elbe": Harte Arbeit für ein neues Leben

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.06.2019 | 17:00 Uhr

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