Stand: 29.06.2018 11:59 Uhr

Hapag-Lloyd rechnet mit schlechterem Geschäft

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd zollt den gestiegenen Kosten für Treibstoff und den niedrigen Frachtraten Tribut und hat seine Gewinnziele eingedampft. Unter dem Strich rechnet der Vorstand laut einer Mitteilung vom Freitag deshalb bis Jahresende nur noch mit einem Gewinn in etwa auf dem Niveau des vergangenen Jahres, eventuell sogar darunter. Zuvor hatte der Konzern "deutlich" steigende Gewinne angekündigt.

Stark steigende Treibstoffkosten

Die ersten fünf Monate dieses Geschäftsjahres sind für Hapag-Lloyd offenbar bei weitem nicht so gut gelaufen wie gedacht. Deshalb hat das Unternehmen nun eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Zu schaffen macht der Reederei unter anderem, dass die Treibstoffkosten stark steigen - der Preis für Schweröl hat sich innerhalb eines Jahres beinahe verdoppelt. Und die Frachtraten, also die Preise, die die Reeder für den Transport von Containern verlangen, ziehen nicht so wie erhofft an.

Hapag-Lloyd hatte außerdem gehofft, dass nach der Fusion mit der arabischen Reederei UASC noch einmal deutlich mehr Kosten eingespart werden können. Das reicht nach Unternehmensangaben aber nicht aus, um die steigenden Ausgaben auszugleichen. Der Vorstand erwartet nun für 2018 ein operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 200 bis 450 Millionen Euro nach 410 Millionen in 2017. Vor Zinsen Steuern und Abschreibungen werde ein Ergebnis zwischen 0,9 bis 1,150 (Vorjahr: 1,054) Milliarden Euro angepeilt.

Hapag-Lloyd-Aktie bricht ein

An der Börse kam diese Nachricht schlecht an - die Aktie von Hapag-Lloyd geriet in den freien Fall, innerhalb weniger Minuten nach der Gewinnwarnung sank der Kurs um knapp 20 Prozent, am Ende des Handelstages betrug der Verlust noch 15 Prozent. Die Stadt Hamburg ist einer der größten Anteilseigner bei Hapag-Lloyd.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.06.2018 | 12:00 Uhr

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