Stand: 05.06.2020 17:47 Uhr

Hapag-Lloyd: Machtkampf bei Hauptversammlung

Der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne kämpft weiter um mehr Einfluss bei der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd. Kühne ist zwar größter Anteilseigner, mit seiner Holding aber nur mit einem Sitz im Aufsichtsrat vertreten.

Es ist ein Fernduell, das es so bei einer Hauptversammlung von Hapag-Lloyd noch nicht gegeben hat. Auf der einen Seite Kühne mit seiner milliardenschweren Holding, auf der anderen Seite Anteilseigner aus Chile, die etwas weniger Aktien besitzen. Kühnes Antrag, einen weiteren Sitz im Aufsichtsrat zu bekommen, hatte das Unternehmen bereits vorher abgelehnt, weil Fristen nicht eingehalten wurden. Auf der virtuellen Hauptversammlung legte Kühnes Holding nun nach und hinterfragte die Kompetenz der derzeitigen Aufseher bei Hapag-Lloyd - jedoch ohne Erfolg. Am Ende wurde eine Vertreterin der Stadt Hamburg in das Gremium gewählt. Hamburg hält rund 14 Prozent an Hapag-Lloyd.

Hapag-Lloyd zahlt seinen Aktionären für das vergangene Jahr Dividende - trotz derzeit sinkender Einnahmen wegen der Corona-Krise. Allein die Stadt Hamburg nimmt so mehr als 25 Millionen Euro ein.

Hapag-Lloyd hält an Prognose fest

Die Hapag-Lloyd-Zentrale am Ballindamm in Hamburg. © picture alliance/chromorange Foto: Christian Ohde
Hapag-Lloyd hofft auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft nach der Corona-Krise.

Trotz der Unsicherheiten in der internationalen Schifffahrt peilt Hapag-Lloyd im laufenden Jahr einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro an. Das obere Ende der Bandbreite sei allerdings aus heutiger Sicht kaum realisierbar, sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Hapag-Lloyd erwarte in Folge der Corona-Krise ein niedrigeres Transportvolumen als im Vorjahr, aber auch geringere Treibstoffkosten. Die Prognose gelte unter der Voraussetzung, dass der Höhepunkt der Corona-Pandemie im zweiten Quartal durchschritten sei, sodass es zu einer Erholung der Weltwirtschaft komme.

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Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd liegt am Terminal Burchardkai in Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Hapag-Lloyd hofft auf Erholung nach Corona

Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd befürchtet "deutliche Auswirkungen" der Corona-Krise, hofft danach aber auf eine Erholung der Wirtschaft. Mit einem Sparprogramm will sie ihr Gewinnziel erreichen. (15.05.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.06.2020 | 17:00 Uhr

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