Stand: 28.11.2018 19:32 Uhr

Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Anja Reschke

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Anja Reschke hat den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2018 bekommen.

Die NDR Journalistin Anja Reschke ist am Mittwoch in Hamburg mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus ausgezeichnet worden. Reschke erhalte die Auszeichnung für ihre Überzeugungskraft und investigative Berichterstattung, hieß es in der Begründung. Die 46-Jährige leitet die Abteilung Innenpolitik beim NDR Fernsehen. Sie moderiert das Politikmagazin "Panorama" und das Medienmagazin "Zapp". Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

"Mit den Fakten dringen wir nicht mehr durch"

Vordringliche Aufgabe des Journalismus sei die Recherche von Fakten, sagte Reschke. Diese müssten dann allerdings auch erzählend eingeordnet werden. Sie bemerke in den Redaktionen derzeit eine große Unsicherheit, welches Maß die eigene Beurteilung in der Berichterstattung haben darf. Die aktuelle Diskussion um den UN-Migrationspakt sei in der Regel nicht von Fakten bestimmt. Vorherrschend sei bei den Kritikern vor allem ein "Gefühl", die herrschende Politik arbeite gegen ihre eigenen Interessen. "Mit den Fakten dringen wir nicht mehr durch", sagte Reschke.

Anja Reschke hält den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis in der Hand.

Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2018

Event & Gala -

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2018 wird die NDR Journalistin Anja Reschke ausgezeichnet. Der Sonderpreis geht an die Redaktion des 3sat-Fernsehmagazins "Kulturzeit".

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Der Hamburger Medienwissenschaftler Volker Lilienthal erklärte, Neutralität der Medien sei in der Vergangenheit daran gemessen worden, ob alle politischen Strömung gleichermaßen zu Wort kommen. Auch die AfD etwa müsse in der politischen Berichterstattung vorkommen. Sie habe aber - wie andere Parteien auch - kein Recht, dass über sie unkritisch berichtet werde. Es könne auch keine neutrale Berichterstattung über Rechtsextremismus geben, betonte Lilienthal.

Marmor: Investigativen Journalismus stärken

NDR Intendant Lutz Marmor sagte, der öffentlich-rechtliche Rundfunk könne verloren gegangenes Vertrauen vor allem durch eine Stärkung des investigativen Journalismus zurückgewinnen. Damit könne auch dem Eindruck entgegen gewirkt werden, er stecke mit den Mächtigen "unter einer Decke". Die Sender seien keine "Erziehungsanstalt", die eine politische Meinung vorgeben, sagte Marmor.

Nach den Worten von Johannes Hano, ZDF-Korrespondent in den USA, wird in Deutschland der aktuelle Wandel in der internationalen Politik noch nicht hinreichend wahrgenommen. Der Medienkampf in den USA zeige, dass es nicht um eine linke oder rechte Ausrichtung der Politik gehe. Hier würden staatliche Institutionen komplett infrage gestellt.

Preis als Erinnerung an "Tagesthemen"-Moderator Friedrichs

Der Preis wurde zur Erinnerung an "Tagesthemen"-Moderator Hanns Joachim Friedrichs (1927-1995) von einem Freundeskreis des Journalisten ins Leben gerufen. Die Preisverleihung findet abwechselnd beim NDR in Hamburg und beim WDR in Köln statt. Mit den Auszeichnungen werden jährlich Fernsehjournalisten für ihre kreative, kritische und unabhängige Arbeit geehrt. Der mit 2.500 Euro dotierte Sonderpreis ging an die Redaktion des Magazins "Kulturzeit" (3Sat).

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

28.11.2018 | 23:50 Uhr

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