Stand: 11.08.2019 07:34 Uhr

Hamburgs unbekannte Werft

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Kaum einer kennt sie: Die Werft in Hamburg-Harburg für die stadteigene Flotte.

Hamburg hat als Schiffbau-Standort zwar an Bedeutung verloren, doch die stadteigene Flotte hat noch ihre eigene Werft. Sie liegt versteckt im Harburger Binnenhafen und hat alles, was zum Schiffbau benötigt wird. Am Standort Süd der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) werden die Wasserfahrzeuge der Hansestadt repariert. Anfang des 20. Jahrhunderts lag hier schon der Bauhof der preußischen Wasserbauverwaltung.

Werft

Hamburgs Werft für die stadteigene Flotte

Hamburg Journal -

Hamburg hat als Schiffbau-Standort an Bedeutung verloren, doch die stadteigene Flotte hat noch ihre Werft. Sie liegt versteckt in Harburg, hat aber das Know-how, das zum Schiffbau benötigt wird.

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Ein Baggerponton muss zur Sanierung an Land

Ein in die Jahre gekommener Baggerponton, der überholt werden muss, kommt auf die etwas altersschwache Slipanlage - eine Anlage, mit der die Schiffe über eine Rampe an Land gehievt werden. Im sogenannten Steuerstand fährt Martin Grund von der HPA die Slipwagen in das Hafenbecken. Die Slipwagen tragen die Schiffe, um sie auf Schienen an Land ziehen zu können.

Langsames, konzentriertes Arbeiten

"Wenn wir den Ponton über dem Wagen haben, werden die Kollegen an Bord ihn an den Stangen festhalten und wir fahren langsam wieder Richtung Land, bis der Ponton nicht mehr schwimmt, sondern auf dem Wagen aufliegt", sagt Grund.

Alles was schwimmt kann repariert werden

Im Prinzip könnte man in der Werft auch ganze Schiffe bauen, Technik und Know-how sind durchaus vorhanden. So werden mit einer Plasmaschweißanlage Stahlplatten für marode Rumpfsegmente zugeschnitten. Egal ob Polizei- oder Feuerlöschboot, Eisbrecher oder die Schiffe für das Übersetzen der Lotsen: Alles, was schwimmt, wird hier betreut.

Ein Lotsenboot überwintert

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Bleibt über Winter und wird wieder fit gemacht: Ein Lotsenboot aus dem Hamburger Hafen.

Am Überwinterungshafen liegt eines der Hamburger Lotsenboote. Nach mehr als 20 Jahren muss der Motor erneuert werden. Auch das gehört zum Alltag der rund 150 Beschäftigten der kleinen Werft dazu. "Alles, was wir schon vorher vorbereiten können, wie die Kühlrohrleitung, das wird natürlich vorher reingesetzt, bevor nächste Woche der Motor reingesetzt wird", sagt Schiffbaumeister Thomas Schmidt. "Und in dem Zuge werden natürlich andere Sachen, die auch erneuert werden müssen, gleich miterneuert."

14 Lehrlinge werden ausgebildet

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Bleibt über Winter hier: Ein Arbeitsponton, der neue Stahlplatten und eine Baggerrampe braucht.

Der Lehrlingsmangel trifft auch den Hamburger Hafen. Um nicht abgehängt zu werden, bildet die HPA allein auf ihrer Werft mehr als 14 Lehrlinge aus. Die müssen sich später auch um Fahrwassertonnen, Leuchtbarken und Funkmasten kümmern."Wir haben den ganzen Hafen, den wir betreuen, das sind so viele spezifische Bauwerke, die einzigartig sind", sagt Reiner Tews, Ausbildungsleiter. "Das braucht sehr viel Einarbeitungszeit - und so können wir die jungen Leute in ihrer Ausbildungszeit schon an die ganzen Infrastrukturgebäude heranführen."

Der 40 Tonnen schwere Baggerponton hat mittlerweile seine Position über den Slipwagen erreicht. Dann wird er an Land gezogen. Er bekommt in den kommenden Wochen eine Frischzellenkur, neue Stahlplatten, eine neue Rampe für den Bagger. Spätestens zur Wintersaison wird er wieder auf dem Wasser gebraucht.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 06.08.2019 | 19:30 Uhr

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