Stand: 12.06.2020 12:00 Uhr

Hamburgs öffentlicher Nahverkehr soll ausgebaut werden

Hamburgs neuer Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) will den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt zügig ausbauen. Stadtteile und Bereiche außerhalb des Ring 2 sollen durch neue Angebote besser angebunden werden, sagte er am Freitag im Interview mit NDR 90,3. In den kommenden 20 Jahren würden 35 neue U- und S-Bahnhöfe gebaut. So sollen mehr als 250.000 Menschen zusätzlich an den Schienenverkehr anzubinden. Das sei das große Ziel.

Ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösungen

Es sei weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll mit einem großen Gelenkbus beispielsweise durch die Vier- und Marschlande zu fahren, sagte der Senator. Entscheidend sei, dass ein Bus oder ein Taxi dann kommt, wenn man es brauche. Erste Versuche gebe es bereits im Hamburger Westen. Man müsse sukzessive gucken, ob man das in einen öffentlichen Nahverkehr integrieren könne.

Weiteres Ziel sei es, bis 2030 die Zahl der Fahrgäste beim HVV um 50 Prozent zu steigern. Momentan nutzt - im Vergleich zu Zeiten vor der Corona-Krise - nur etwa die Hälfte der Fahrgäste öffentlichen Nahverkehr. Deshalb geht es laut Tjarks im ersten Schritt darum, wieder um Akzeptanz und Vertrauen zu sorgen, beispielsweise durch weitere Hygienemaßnahmen. Auch die kostenlose Beförderung für Kinder und Jugendliche solle nun schrittweise umgesetzt werden.

Trennung von Rad- und Autoverkehr

Ebenfalls zügig ausgebaut werden sollen die Radwege, geplant seien 60 bis 80 Kilometer pro Jahr. Eine Überlegung sei auch, den Auto- und den Radverkehr voneinander zu trennen - nach Kopenhagener Vorbild könne die Trennung höhenversetzt stattfinden. "Die Radwege sind dann etwa zehn Zentimeter höher als die Autostraße", erläuterte Tjarks.

Verlegung von Buslinien testen

Aktiv will Tjarks sich auch um das Thema autofreie Innenstadt kümmern. Ausprobieren wolle man, die Busse aus der Mönckebergstraße in die Steinstraße zu verlegen. Das müsse man sich ein paar Wochen angucken, mit den Geschäftsleuten reden und dann sehen, welche Lösung dort praktikabel sei. Am Ende könne es auch sein, dass alles so bleibt wie es jetzt ist, so der Senator.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.06.2020 | 08:00 Uhr

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