Stand: 15.01.2020 14:02 Uhr

Hamburgs Gewerkschaften wollen "Masterplan Arbeit"

Vertreter von Gewerkschaften sitzen auf einer Pressekonferenz nebeneinander  Foto: Peter Feder
Die Hamburger Gewerkschaften fordern einen "Masterplan Arbeit" vom kommenden Senat.

In Hamburg gibt es schon den "Masterplan Handwerk" und den "Masterplan Industrie" - nun brauche man auch einen für gute Arbeit, fordern die im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierten Gewerkschaften in der Hansestadt. Angesichts tiefgreifender Veränderungen im Arbeitsmarkt durch Digitalisierung, Klimawandel, Demografie und Fachkräftemangel sowie prekärer Beschäftigung müsse das Thema Arbeit ins Zentrum der Politik, sagte die DGB-Vorsitzende in Hamburg, Katja Karger, am Mittwoch.

Mindestlohn und Tarifbindung im Fokus

In einem 14-seitigen Positionspapier haben die Arbeitnehmervertreter von ver.di, IG Metall, GEW, IG Bau, NGG, IGBCE, GdP und EVG ihre Forderungen an die nächste Regierung zusammengefasst. Es sind vor allem zwei Dinge, die demnach in Hamburg verbessert werden müssen: eine Ausweitung des Mindestlohns in Höhe von zwölf Euro und die Tarifbindung der Unternehmen.

Zwölf Euro die Stunde nicht nur für Vollzeitkräfte

Zum Thema Mindestlohn sagt unter anderem Anja Keuchel von ver.di, dass zu viele 450-Euro- oder Teilzeitkräfte weniger als zwölf Euro pro Stunde verdienen würden - und zwar mit der Begründung, der Mindestlohn solle nur für Vollzeitkräfte gelten. Als Beispiel wurden Garderoben- und Einlass-Mitarbeiter an städtischen Theatern genannt.

Bevorzugung von Firmen, die sich an Tariflöhne halten?

Bei der Tarifbindung fordern die Gewerkschaften den nächsten Senat auf, ein neues Gesetz zu schaffen. Laut IG Metall könnten zum Beispiel Firmen, die sich an Tariflöhne halten, bei der Auftragsvergabe bevorzugt behandelt werden.

Regierungskoalition "ein bisschen egal"

In Hamburg wird am 23. Februar eine neue Bürgerschaft gewählt. Mit welcher Regierungskonstellation der gewünschte Masterplan umgesetzt werden soll, sei "ein bisschen egal", sagte Karger - solange sie den Gewerkschaften gegenüber aufgeschlossen sei und die Interessen der Beschäftigten in Hamburg wahrnehme.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.01.2020 | 14:00 Uhr

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