Menschen warten vor der Europapassage. © NDR Foto: Anna Rüter

Hamburger nutzen letzte Shopping-Chance vor Lockdown

Stand: 14.12.2020 19:48 Uhr

Teilweise lange Schlangen vor Geschäften: Angesichts der verkündeten Schließungen im Einzelhandel ab Mittwoch sind viele Hamburgerinnen und Hamburger am Montag noch Shoppen gegangen.

"Es scheint so zu sein, dass viele die letzten Gelegenheiten nutzen, noch schnell Weihnachtseinkäufe zu machen", sagte die Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Brigitte Nolte. "Hier und da sind durchaus Schlangen vor Geschäften zu sehen." In den Läden selbst sei es wegen der strengen Flächenbegrenzung aber nicht so voll, wie man es in einem Advent erwarten würde. Vor dem Billstedt Center bildeten sich am Abend lange Schlangen. Bis zu anderthalb Stunden warteten Kundinnen und Kunden dort teilweise auf den Einlass.

Bis zu 50 Prozent bald pleite?

Im Einzelhandel herrsche wegen der Ladenschließungen im Weihnachtsgeschäft große Verunsicherung. Durch die anstehenden Ladenschließungen würden allein in Hamburg Umsätze in Höhe von 27 Millionen Euro täglich wegfallen. "Schon im Shutdown light haben wir damit gerechnet, dass ein Drittel der innerstädtischen Einzelhandels-Unternehmen akut bedroht ist. Das wird jetzt noch einmal mehr werden" sagte Nolte. Mit bis zu 50 Prozent Pleiten rechnet der Handelsverband - vor allem bei kleinen und mittleren Läden. Bald werde man Hamburgs Innenstadt nicht wiedererkennen.

Weihnachtsartikel "ein Totalverlust"

Die von der Bundesregierung angekündigten Hilfen reichen aus Sicht des Handelsverbands nicht. Vor allem die Weihnachtsartikel seien ein Totalverlust: "Da ist wirklich sehr viel im Geschäft, was nicht mehr verkäuflich ist." Nur eine Hoffnung bleibt Nolte: "Dass die Grundeigentümer die Ladenmieten senken und zwar kräftig."

Bund und Länder hatten sich am Sonntag darauf verständigt, zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab Mittwoch bundesweit die Läden zunächst bis zum 10. Januar zu schließen. Nur Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Kioske und andere Geschäfte für den täglichen Bedarf dürfen öffnen.

Weitere Informationen
Eine Tür ist abgesperrt und Absperrband ist um die Griffe gebunden.  Foto: Bodo Marks

Corona: Viele Geschäfte müssen in Hamburg schließen

Ab Mittwoch müssen zahlreiche Hamburger Betriebe ihre Türen dicht machen - zum Schutz vor dem Coronavirus. mehr

Die Schaufenster einer Boutique in Hamburg sind mit Gittern versperrt. © dpa/picture alliance Foto: Daniel Reinhardt

Corona-Krise: Handelskammer fordert mehr Hilfe für Unternehmen

Für viele Betriebe im Einzelhandel, in der Gastronomie und anderen Branchen gehe es wegen des Lockdowns um die Existenz. mehr

Ein Fahrgast mit FFP2-Schutzmaske steigt in eine Bahn ein © dpa/picture-alliance Foto: Tobias Hase

Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Hamburg

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten in Hamburg viele Einschränkungen. Ein Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.12.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Eine stilisierte Darstellung eines Coronavirus © PantherMedia Foto: tiero

265 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet

Der Inzidenzwert ist in der Hansestadt nach Angaben der Sozialbehörde auf 97,2 gestiegen. mehr

St. Paulis Torschütze zum 1:0 Omar Marmoush jubelt. © Witters Foto: Valeria Witters

Livecenter: FC St. Pauli gegen Jahn Regensburg

Der FC St. Pauli kämpft heute um wichtige Zweitliga-Punkte. Die Partie gegen Jahn Regensburg ab 13.30 Uhr im Livecenter. mehr

Ein Mann sitzt bei der Bundesagentur für Arbeit in Lehrte. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Neues Beratungsangebot der Jobcenter: Sozialpädagogen

Ab Februar gibt es an zunächst zwölf Standorten in Hamburg auch Hilfe, die nicht unbedingt mit Geld zu tun hat. mehr

Hans Klose, Chefarzt der Abteilung für Lungenkrankheiten am UKE im Interview mit dem Hamburg Journal

Coronavirus: Langzeitfolgen auch bei mildem Verlauf

Der Mediziner Hans Klose leitet am UKE eine Studie zu den Corona-Spätfolgen. Die können offenbar jeden Patienten treffen. mehr