Stand: 09.11.2019 21:16 Uhr  - Hamburg Journal

Hamburger erinnern an ermordete Juden

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Überall im Grindelviertel erinnerten Menschen mit Kerzen an die ermordeten Juden.

Unter dem Motto "Grindel leuchtet" haben Anwohner des Hamburger Grindelviertels am Sonnabend an die ermordeten Juden in ihrem Stadtteil erinnert. Am Joseph-Carlebach-Platz lud die Jüdische Gemeinde zum Gebet ein. Auch in den umliegenden Straßen versammelten sich viele Menschen zu der Nachbarschaftsaktion. Sie zündeten Kerzen rund um die Stolpersteine an, die vor Häusern eingelassen sind, in denen einst Juden lebten. Am Joseph-Carlebach-Platz stand einst die größte Synagoge Nordeuropas. Sie wurde 1938 angezündet und teilweise zerstört.

5.455 Stolpersteine in Hamburg

Die Anwohner-Initiative Grindel leuchtet entstand am 9. November 2013, als Anwohner mit brennenden Kerzen zu den Stolpersteinen zogen. Im Jahr 2002 weitete der Künstler Gunter Demnig sein 1995 begonnenes Projekt Stolpersteine auf Hamburg aus. Inzwischen beträgt die Zahl der Stolpersteine in der Stadt 5.455 Stück. Ein Großteil davon befindet sich im Grindelviertel.

Pogromnacht vor 81 Jahren

Am 9. November 1938 hatten die Nationalsozialisten in der Pogromnacht Synagogen in ganz Deutschland angezündet. Auch in Hamburg wurden etliche jüdische Einrichtungen zerstört, darunter die Bornplatz-Synagoge am Joseph-Carlebach-Platz in der Nähe der Universität. Das Bethaus war bis 1938 das Wahrzeichen jüdischen Lebens in der Hansestadt. Zahlreiche Politiker und Kirchenvertreter hatten in dieser Woche einen Wiederaufbau der zerstörten Synagoge befürwortet. 1933 lebten rund 20.000 Angehörige jüdischer Gemeinden in Hamburg. Nach den Progromen wurden allein in Hamburg rund 8.000 Juden deportiert und umgebracht. Heute leben wieder rund 3.000 Juden in der Hansestadt, 2007 wurde die Talmud-Tora-Schule wiedereröffnet.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.11.2019 | 19:30 Uhr

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