Stand: 01.11.2019 06:11 Uhr  - NDR 90,3

Hamburger Winternotprogramm für Obdachlose startet

Am Freitag hat das Winternotprogramm für obdachlose Menschen in Hamburg wieder begonnen. Es bietet nach Angaben der Sozialbehörde bis Ende März insgesamt 780 zusätzliche Schlafplätze sowie vielfältige Beratungsangebote.

Schlafplätze in der Friesenstraße und in der Kollaustraße

650 der Schlafplätze stellt der städtische Betreiber f & w fördern und wohnen zur Verfügung. 400 davon befinden sich in der Friesenstraße 22. Die Unterkunft eignet sich auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Auch der Standort in der Kollaustraße 15 mit 250 Schlafplätzen wird laut Behörde erneut genutzt. Beide Standorte verfügen über 100 weitere Plätze als Reserve. Die Unterkünfte sind von 17 Uhr bis 9.30 Uhr geöffnet. Es gibt wieder einen Bus-Shuttle zum Standort Kollaustraße, und zwar einmal abends von der Friesenstraße dorthin und einmal morgens zurück in die Innenstadt.

Essen und Waschgelegenheiten

Die Schlafplätze können jeden Abend wieder aufgesucht werden. Vor Ort gibt es verschließbare Schränke, Kleiderkammern, Essensausgaben und Waschmöglichkeiten. Die nächtliche Wärmestube des Winternotprogramms mit 100 Plätzen in der Hinrichsenstraße 4 steht zudem an den Wochenenden und Feiertagen als Tagesaufenthaltsangebot zur Verfügung. Die ganzjährige Notübernachtungsstätte Pik As mit 330 Plätzen ist auch im Winter geöffnet.

Rund 130 weitere Plätze in Wohncontainern werden zusätzlich von Kirchengemeinden und anderen Einrichtungen gestellt. Sie werden staatlich finanziert, aber ehrenamtlich betreut. Die Vergabe dieser Plätze findet durch das Diakonische Werk statt.

Forderung nach Schutz vor Kälte auch tagsüber

Sozialverbände und die Linke fordern eine ganztägige Öffnung der Unterkünfte des Winternotprogramms. Auch die CDU spricht sich dafür aus, die Obdachlosen tagsüber vor dem Erfrieren zu schützen. Die CDU-Abgeordnete Franziska Rath forderte, den sowieso zwischen den verschiedenen Standorten des Winternotprogramms und der Innenstadt verkehrenden Bus an einem oder mehreren Tagesaufenthaltsstätten für Obdachlose vorbeifahren zu lassen, um so auch tagsüber den Erfrierungsschutz zu gewährleisten.

 

Rund 2.000 Menschen leben in Hamburg auf der Straße

Nach einer Befragung im Auftrag der Stadt leben rund 2.000 Obdachlose in Hamburg - im Jahr 2009 waren es noch rund 1.000 Menschen ohne festen Wohnsitz gewesen. Rund zwei Drittel von ihnen hat einen ausländischen Pass, die meisten kommen aus Osteuropa.

Darum geht's: Winternotprogramm

NDR 90,3

Hamburg stellt in der kalten Jahreszeit zusätzliche Schlafplätze für Wohnungslose zur Verfügung. Doch wer darf das Angebot nutzen? Und wie werden die Bedürftigen dort untergebracht?

3,06 bei 17 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Links
Link

Hilfe für Obdachlose in Hamburg

Die Stadt Hamburg hat auf ihrer Internetseite Hilfsangebote für Obdachlose gesammelt. extern

 

Weitere Informationen

Hamburg will Hilfe für Wohnungslose ausbauen

Die Hilfen für Obdach- und Wohnungslose in Hamburg sollen weiter ausgebaut werden. Dabei setzt die Hamburger Sozialbehörde auf neue Angebote, Sozialarbeit und Prävention. (16.04.2019) mehr

Winternotprogramm für Obdachlose endet

Das Winternotprogramm für Obdachlose in Hamburg ist zu Ende gegangen. Fünf Monate lang standen Wohnungslosen an zwei Standorten 760 zusätzliche Übernachtungsplätze zur Verfügung. (31.03.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.11.2019 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

01:59
Hamburg Journal
02:01
Hamburg Journal
04:57
Hamburg Journal

Der Niedergang der FDP

Hamburg Journal