Stand: 10.06.2020 11:18 Uhr

Hamburger Seniorentreff öffnet nach Corona-Pause wieder

von Jörn Straehler-Pohl
Zwei ältere Damen stehen an einem Tisch, eine trägt sich in eine Liste ein.
Auch in dem Seniorentreff müssen sich die Gäste - wie in Restaurants - in eine Liste eintragen.

Klönen, Kaffee trinken und Kuchen essen, spielen und singen - das ist jetzt in den Hamburger Seniorentreffs endlich wieder möglich. Zuvor waren die Einrichtungen wegen der Corona-Krise lange geschlossen.

Unterhaltung auf Abstand

Auch der erste Seniorentreff der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der im Stadtteil Stellingen, kann seine Gäste jetzt wieder begrüßen. Vor Corona kamen täglich 50 Senioren vorbei, um hier gemeinsam Zeit zu verbringen. Jetzt öffnet die Leiterin erstmal nur für ein paar "Auserwählte". Der Besuch läuft etwas anders ab als gewohnt. Die Tische stehen weit auseinander, an jedem sitzt jeweils nur eine Rentnerin. Die drei Damen müssen ganz schön laut reden, damit sie sich trotz des Mundschutzes verstehen. "Normalerweise ist das ein Gesabbel, ein Getratsche und man fühlt sich einfach wohl rundherum", sagt Gisela Ohm, eine der Besucherinnen. Auch gespielt wurde sonst, man sei nach den Treffs immer ganz beschwingt nach Hause gegangen.

Die 75-Jährige ist eine der ersten Gäste im wiedereröffneten Seniorentreff. Und trotz Mundschutz und Abstandsregeln ist sie froh, endlich wieder hier zu sein - auch wenn es erst mal nur Kaffee und keinen Kuchen gibt. Ihr hätten die Treffen sehr gefehlt, es sei einfach so gesellig und schön, so viele Menschen zu treffen. Überhaupt: Keine der Besucherinnen beklagt sich über die strengen Corona-Regeln, im Gegenteil: Alle wissen, dass sie vorsichtig sein müssen, um sich nicht anzustecken.

Treffen gegen die Vereinsamung

Annegret Ptach, der ehrenamtlichen Leiterin des Seniorentreffs, war selbst auch etwas mulmig zumute, als sie hörte, dass sie ihr Haus wieder öffnen kann. Dennoch sei die Wiedereröffnung wichtig, das habe sie beim telefonischen Kontakt mit den Senioren gemerkt, damit diese nicht vereinsamen. "Wenn sie erst mal wieder die Chance haben, dass sie hier mit vier Leuten, acht Leuten sitzen können, dann ist das schon mal ein kleiner Fortschritt." Während der coronabedingten Pause sah Ptach alle paar Tage im verwaisten Seniorentreff nach dem Rechten. "Man ist wirklich einmal durch die Räume gelaufen und wieder nach Hause gefahren", erzählt sie. Furchtbar sei das gewesen, weil man nichts zu tun gehabt hätte.

Jetzt ist also endlich wieder etwas Leben in dem Haus in einer Stellinger Wohnstraße, worüber sich alle - Leiterin und Gäste - sehr freuen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.06.2020 | 12:44 Uhr

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