Stand: 23.06.2020 18:50 Uhr

Senat plant weitere Corona-Lockerungen ab Juli

Sozialsenatorin Melanie Leonhard
"Wir wollen hin zu: Wir haben das normale Leben, wenn bestimmte Maßgaben erfüllt sind", sagte Gesundheitssenatorin Leonhard (Archivfoto).

Die Hamburgerinnen und Hamburger können ab Juli mit deutlichen Lockerungen der Corona-Einschränkungen rechnen. Die neue Corona-Verordnung, die derzeit erarbeitet werde, solle aufzeigen, "welche Maßnahmen und Maßgaben muss ich erfüllen, damit etwas erlaubt ist", sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag. Dies sei eine Umkehr des bisherigen Prinzips, in dem vor allem festgelegt worden sei, was verboten sei. "Wir wollen hin zu: Wir haben das normale Leben, wenn bestimmte Maßgaben erfüllt sind."

Einzelheiten am nächsten Dienstag

Zu Einzelheiten der Verordnung, die am kommenden Dienstag vom Senat beschlossen werden soll, wollte sie sich nicht äußern. Abstandsregelungen, Masken und Kontaktbeschränkungen würden aber auch künftig in bestimmten Bereichen dazugehören müssen. "Aber es wird auch Dinge geben können, die unter Maßgaben und Abstand wieder möglich sein werden", sagte Leonhard.

Kein Besuchsverbot für Menschen aus Gütersloh

Nach dem Corona-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen plant Hamburg zurzeit - anders als die Insel Usedom und das Bundesland Bayern - keine Besuchsverbote für Menschen aus dem betroffenen Kreis Gütersloh. Rechtlich sei ein Besuchs- oder Betretungsverbot sehr schwierig, sagte Leonhard im Gespräch mit NDR 90,3. Und bisher habe es so etwas - trotz aller Einschränkungen - noch nicht gegeben. Natürlich werde der Hamburger Senat die Situation im Kreis Gütersloh aber genau beobachten.

In Gütersloh und in in Teilen des Kreises Warendorf gelten seit Dienstag scharfe Corona-Maßnahmen. Reisen sind zwar erlaubt, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) appellierte aber an die Menschen, den Kreis nicht zu verlassen. Am Montag hatte Usedom mehrere Urlauberinnen und Urlauber aus der Region aufgefordert, die Insel vorzeitig zu verlassen. Hotels und Pensionen in Bayern dürfen vorerst keine Gäste mehr aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen aufnehmen. Schleswig-Holstein reagierte am Dienstag mit einer Verschärfung der Quaranäne-Regeln auf den Corona-Massenausbruch in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen
Seebrücke Heringsdorf © fotolia Foto: Thomas Franik

14 Usedom-Urlauber aus MV verwiesen

Auf Usedom sind 14 Urlauber aus Corona-Risikogebieten dazu aufgefordert worden, vorzeitig abzureisen. Unter anderem in Gütersloh hatte es einen massiven Corona-Ausbruch gegeben. (23.06.2020) mehr

Ein Friseur schneidet einer Kundin die Haare, beide tragen FFP2-Masken. © dpa/APA Foto: Roland Schlager

Corona-News-Ticker: Friseure dürfen wieder Haare schneiden

In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein können ab heute auch Gartencenter öffnen. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr

Ein Fahrgast mit FFP2-Schutzmaske steigt in eine Bahn ein © dpa/picture-alliance Foto: Tobias Hase

Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Hamburg

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten in Hamburg viele Einschränkungen. Ein Überblick. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.06.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Der Hamburger Friseur Henry Riehl föhnt in seinem Salon in Barmbek einer Kundin die Haare. © picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

Corona-Lockerung: Friseurläden in Hamburg dürfen wieder öffnen

Die Friseursalons waren seit Mitte Dezember geschlossen. Vor dem Besuch ist eine Terminvereinbarung erforderlich. mehr