Stand: 26.03.2019 06:09 Uhr

Hamburger S-Bahn kämpft mit Verspätungen

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Die Pünktlichkeitsquote bei der S-Bahn betrug im vergangenen Jahr 94,3 Prozent.

Der Hamburger Verkehrsverbund kämpft weiter gegen die Unpünktlichkeit seiner Züge, besonders bei der S-Bahn. 5,7 Prozent aller S-Bahn-Abfahrten erfolgten 2018 um mehr als drei Minuten verspätet, wie die Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion ergeben hat. Das ist in einem Vergleich der vergangenen acht Jahre der zweitschlechteste Wert. Im Januar dieses Jahres war es besonders übel um die Pünktlichkeit bestellt: Nur 90,5 Prozent aller Hamburger S-Bahnen kamen Anfang des Jahres rechtzeitig.

S2 am unpünktlichsten

Hamburgs S-Bahnchef Kai Uwe Arnecke hatte noch vor Kurzem versprochen: "Die Trendwende ist bereits geschafft, in den vergangenen Wochen sind wir bereits wieder deutlich besser unterwegs." Die Statistik liest sich anders. Besonders krass verspätet sich demnach die S2 von Bergedorf nach Altona. Dort waren nur 77 Prozent der Züge pünktlich. Nur etwas besser sind die S11 und die S21 mit rund 85 Prozent.

Besonders viele Ausfälle

Besonders hoch liegt auch die Quote der wegen Störungen ausgefallenen S-Bahnfahrten: Sie betrug im vergangenen Jahr 1,4 Prozent - das ist der höchste Wert seit 17 Jahren. Der CDU-Verkehrsexperte Dennis Thering sagte im Gespräch mit NDR 90,3: "Die S-Bahn bleibt das Sorgenkind unter den öffentlichen Verkehrsmitteln." Die hohe Zahl an Verspätungen und Störungen sei "pures Gift im Kampf gegen die Staustadt". Seine Anfrage an den Senat deckt zudem auf, was der Öffentlichkeit verschwiegen wurde: Der neue S-Bahnvertrag des Senats senkt die geforderte Pünktlichkeit von 94,7 auf künftig 94,0 Prozent ab.

Bei den U-Bahnen sieht es besser aus

Besser steht die Hochbahn da, deren Gleise geschützter liegen: 97,6 Prozent der U-Bahn fuhren hier pünktlich, etwas stabiler als im Jahr davor. Am wenigsten pünktlich ist demnach die U1, sie kommt auf eine Quote von 97 Prozent. Am besten sah es bei der U4 mit 98,9 Prozent aus. Grund zur Sorge geben allerdings die Betriebsstörungen der U-Bahn: Sie schnellten im vergangenen Jahr von 146 auf 208 nach oben - das ist ein Plus von 42 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.03.2019 | 06:00 Uhr

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